Ausflug in virtuelle Welt Ausflug in virtuelle Welt: Das sagen Zeitzer über die Ausstellung der alten Nudelfabrik

Zeitz - Brille auf - und zack waren am Wochenende die Besucher der alten Nudelfabrik in der Neuen Werkstraße in Zeitz in einer anderen Welt. Denn an diesem Wochenende präsentierten Lenn Blaschke und Leon Galli eine Ausstellung der besonderen Art. Sie trug den Titel „Was siehst Du, wenn Du die Augen schließt?“. An vier Stationen wurden die Gäste per Videobrille in eine virtuelle Welt entführt.
Geschichte der Stadt über Virtual-Reality-Brillen gezeigt
Und die holte Zeitzer Geschichte in die Gegenwart zurück: mit Bildern, mit Erinnerungen, von denen Einwohner der Stadt erzählten und die über Kopfhörer zu den Bildern, die die Besucher in ihren Virtual-Reality-Brillen sahen, eingespielt wurden.
Dabei, das machte die moderne Technik möglich, saßen sich die Besucher an einer Station virtuell praktisch sich selbst gegenüber, während sie Erinnerungen lauschten. So konnten sie ihre eigenen Reaktionen auf das Gehörte verfolgen.
Unterstützt wurde die Ausstellung auch von Zeitzern
Etwa 70 Gäste sind am Wochenende durch die Ausstellung geführt worden. Damit seien Blaschke und Galli sehr zufrieden. Sie gehören in Leipzig dem Medienkunstkollektiv „This is fake“ an und hatten bei der Gestaltung der Ausstellung die Künstlerinnen Julie Hart aus Berlin und Farina Hamann aus Bremen an ihrer Seite.
Unterstützt wurde die Ausstellung auch von Zeitzern, die Besucher in der Ausstellung betreuten. Wie Blaschke sagte, hätten auch mehr als 70 Besucher begrüßt werden können, aber Hygiene- und Sicherheitsregeln, die es aufgrund der Coronapandemie gibt, haben letztlich die Besucherzahl begrenzt.
„Es war sehr interessant und sehr schön“
Zu denen, die gekommen waren, gehörten Thomas und Ute Schnell aus Zeitz. Sie seien einst einem Aufruf gefolgt und haben selbst Erinnerungen für die Ausstellung preisgegeben. „Wir sind in einigen Passagen zu hören und wollten uns nun das Gesamtwerk einmal anschauen“, so Schnell.
„Es war sehr interessant und sehr schön“, urteilte er nach dem Rundgang. Einiges habe zum Schmunzeln, anderes zum Nachdenken angeregt. Von virtueller Realität habe sie bisher nur gehört, sie aber selbst noch nicht erlebt, sagte Ute Schnell.
Das habe sich nun geändert. Und sie habe diese Welt als beeindruckend empfunden. Zum Beispiel der Moment, als sie sich plötzlich über dem Wasserrad an der Zeitzer Mittelmühle wiederfand, sei schon speziell gewesen. „Im ersten Moment war mir sogar etwas schwindelig“, sagte sie. Beeindruckt sei Thomas Schnell auch von der Wirkung des Pavillons am Bahnhof oder einer Säule aus dem Goethepark. Sie tauchten separiert plötzlich frei im virtuellen Raum auf.
Ausflug auf virtuelle Welt gibt andere Einblicke in Zeitzer Geschichte
Doch nicht nur Zeitzer waren in der Ausstellung zu Gast. Mit Blaschkes Eltern und Großeltern waren auch Besucher aus Minden (Nordrhein-Westfalen) angereist. Es war ihr erster Besuch in Zeitz. Und der Familie habe es hier gut gefallen. Zeitz sei eine sehr schöne Stadt. Auffällig sei aber auch gewesen, dass Samstag recht wenig Menschen unterwegs waren. Und man sehe sehr deutlich, dass Zeitz einmal eine richtige Industriestadt war, war sich die Familie einig.
Für die Größe der Stadt habe Zeitz auf den ersten Blick überproportional viele große und interessante Gebäude. Zur Ausstellung sagte Blaschkes Mutter Iris: „Ich fand die Interviews spannend und fand es spannend, die Perspektiven der Menschen hier mitzukriegen.“ Großvater Norbert Bieling sagte, dass er schon Respekt vor der virtuellen Welt gehabt habe. „Aber als ich die Brille aufhatte, war ich hin und weg.“ (mz)

