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Wittenberg Wittenberg: Frauen vergeht am Grill der Appetit

Von ALEXANDER VAN WASEN 22.07.2010, 18:43

WITTENBERG/MZ. - In der Mittagshitze brennt die Sonne von oben und der Grill in der Holzhütte tut sein Übriges. "Eine Bulette mit Ketchup, zum Mitnehmen", lautet eine der vielen Bestellungen. "Jetzt in der Mittagspause ist Stoßzeit", sagt Cornelia Herde. Eifrig hantiert sie währenddessen mit ihrer Grillzange.

"Am besten verkaufen sich Currywurst mit Pommes, Hot Dogs und Hamburger", berichtet Ramona Schmager, die in der Zwischenzeit abkassiert. Also eher die Sachen, die der Wittenberger "nicht regelmäßig im Sommer zubereitet", erzählt sie. Doch die Arbeit am Grill schlägt auf den eigenen Appetit. Würstchen und Steaks können die beiden Frauen zu Hause nicht mehr sehen und essen wollen sie die Fleischwaren gleich gar nicht. Abwechslung ist angesagt und so wandern Schaschlik-Spieße, Fisch und Gemüse auf den heimischen Rost. Wenn daheim der Grill angeworfen wird, lassen sich die beiden Expertinnen auch lieber mal bedienen und genießen es, begrillt zu werden.

Ähnlich verhält es sich bei den Damen vor dem Wittenberger "Elektroland" in der Dessauer Straße. Sie gehen ebenfalls am Wochenende Steaks und Würstchen aus dem Weg. Ein Trend scheint sich abzuzeichnen. Und was isst die Kundschaft? "Angefangen bei Bratwürsten bis hin zu Steaks verkaufen sich die Kräuterkrakauer am besten", erzählen die Frauen. Doch die momentane Hitze ist für das Geschäft nicht förderlich. "Ist es zu heiß, kommt niemand und wenn es regnet, kommt auch keiner", sagen die Grillerinnen.

Am Stand der "Original Thüringer Rostbratwurst und Grillspezialitäten" in der Wittenberger Innenstadt räumt Betreiber Rainer Baraniak gerade auf. Es ist 13.15 Uhr und der Mittagsansturm ist vorüber. "Die meisten möchten eine Thüringer Rostbratwurst", erzählt er, während er die letzten Würstchen auf dem Grill wendet. Und auf den eigenen Appetit schlägt der Beruf auch nicht. "Ich grill sie ja nur und ich grill sie ja gerne", sagt der Grillstandbetreiber. Und so gibt er zu Hause weder die Grillzange ab, noch verschwinden Steak und Wurst vom heimischen Rost. "Das ist es, was mir Spaß macht", erklärt Grillmeister Baraniak.