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Neue Regel trifft Talente Musikwettbewerb: Warum darf man mit erstem Landespreis nicht mehr ins Bundesfinale?

Duo aus Mansfeld-Südharz wird nach makelloser Leistung eingeladen. Drei weitere erste Preisträger dürfen dieses Mal nicht mit.

Von Grit Pommer 03.04.2025, 09:36
Das Duo Sarah Kim Hesse (re) und Johanna Wiederhold aus Sangerhausen holt beim Landeswettbewerb Jugend musiziert 2025 in Sachsen-Anhalt phantastische 25 Punkte.
Das Duo Sarah Kim Hesse (re) und Johanna Wiederhold aus Sangerhausen holt beim Landeswettbewerb Jugend musiziert 2025 in Sachsen-Anhalt phantastische 25 Punkte. Foto: P. Bitterolf

Sangerhausen/MZ. - Mit einer perfekt dargebotenen Leistung haben Sarah Kim Hesse und Johanna Wiederhold aus Sangerhausen beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Dessau-Roßlau das Ticket für das große Finale des Bundeswettbewerbs gelöst. Für ihr Programm im Duett bekamen Hesse (Klarinette) und Wiederhold (Klavier) von der Jury die Höchstzahl von 25 Punkten und einen ersten Preis zuerkannt.

Damit verbunden war in diesem Jahr aber erstmals nicht die automatische Weiterleitung zum Bundesfinale, sondern lediglich die Nominierung. Ein bisschen musste also noch gezittert werden, aber inzwischen ist die offizielle Einladung zur Endrunde da, bestätigt Musikschulleiterin Peggy Bitterolf.

Deutscher Musikrat zu Jugend musiziert: „Finale soll nicht zu groß werden“

Festgelegt hat die Neuerung, nach der nur ausdrücklich Eingeladene am Finale teilnehmen dürfen, die Deutscher Musikrat gGmbH als Ausrichterin des größten deutschen Wettbewerbs für Musikschüler. Und für drei weitere Talente aus Mansfeld-Südharz hat diese neue Regel gravierende Folgen.

Denn Lara Maria Schaefer (Violoncello) aus Sangerhausen und das Duo Erik Ecke (Posaune) und Charlotte Freitag aus Hettstedt und Helbra erspielten beim Landeswettbewerb ebenfalls erste Preise. Mit ihren jeweils 23 Punkten wären sie in den vergangenen Jahren ganz selbstverständlich ebenfalls zur Bundes-Endrunde weitergeleitet worden. Die Chance, sich dort mit den Besten aus ganz Deutschland zu messen, bleibt den Trägern erster Landespreise in diesem Jahr aber verwehrt.

Man wolle „sicherstellen, dass das Jumu-Finale nicht zu groß wird“, begründet die Deutsche Musikrat gGmbH die Änderung. Wer mit 23 Punkten einen ersten Preis im Landeswettbewerb erspiele, habe „die Möglichkeit, die vielseitigen Fördermöglichkeiten in den jeweiligen Bundesländern mitzuerleben“. Ein schwacher Trost.

Neue Regel bei Jugend musiziert: Teilnehmerzahl aus Sachsen-Anhalt beim Bundesfinale fast halbiert

In Sachsen-Anhalt sind in diesem Jahr insgesamt 24 Wertungen mit einem ersten Preis für das Bundesfinale nominiert worden. Im vergangenen Jahr waren es noch 42 gewesen.

All das kann aber bei den Teilnehmern aus Mansfeld-Südharz die Freude über die schönen Ergebnisse im Landeswettbewerb nicht trüben. Dort erspielten sich die Duos Ella Charlotte Diebes (Klarinette, Sangerhausen) und Even Arne Hauspurg (Klavier, Kelbra) sowie Yannik Kühne (Trompete, Grillenberg) und Lara-Maria Schaefer (Klavier) mit jeweils 22 Punkten zweite Preise, ebenso wie Isabell Burkhardt aus Vatterode als Solistin am Akkordeon mit 21 Punkten.

„Ich bin richtig stolz, wie großartig alle abgeliefert haben“, sagt Musikschulleiterin Peggy Bitterolf. Zu erleben, wie sich beispielsweise das Duo Diebes/Hauspurg durch die Arbeit am Wettbewerbsprogramm auch ganz allgemein musikalisch weiterentwickelt habe, das sei großartig gewesen.

In Mansfeld-Südharz heißt es nun weiter Daumen drücken für das 25-Punkte-Duo Hesse/Wiederhold aus Sangerhausen. Das Bundesfinale des mittlerweile 62. Wettbewerbs „Jugend musiziert“ findet vom 5. bis 11. Juni in Wuppertal statt.