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Kunsttransport Kunsttransport: Detlef Keller rettet Situation

Von andreas bürkner 24.05.2013, 16:22
Dirk Hoffmann und Mario Wiemer (l.) verpacken das Gemälde.
Dirk Hoffmann und Mario Wiemer (l.) verpacken das Gemälde. chris wohlfeld Lizenz

quedlinburg/MZ - Der Quedlinburger Detlef Keller hat am Donnerstag zwei neue Freunde bekommen. „Uns wurde damit der schwere Handtransport der Spezialkiste vom Fuße des Berges zum Schlossmuseum erspart“, sagten Mario Wiemer und Rudolf Hittorf dankbar über die Hilfe des selbstständigen Hauswarts. Dessen Transporter passte durch das Nadelöhr des Schlosstores - der Truck der Kunst-Transporteure aus Köln jedoch nicht.

In einer Kiste hat das Bild „Spielszene auf dem Schlosse zu Quedlinburg“ als Leihgabe für einige Monate den Harz verlassen. „Vom Dalheimer Landesmuseum erhielten wir bereits vor einem Jahr die Anfrage für dieses Bild“, erklärt Dirk Hoffmann, Sammlungsleiter der Quedlinburger Museen. Es passe gut in die Ausstellung „Heiter bis göttlich - Die Kultur des Spiels im Kloster“, welche vom 1. Juni bis 3. September im Kloster Dalheim (Westfalen-Lippe) zu sehen sein wird.

Während Hoffmann das Bild von der Wand nimmt, bereitet Wiemer das Einpacken vor. In Papier eingeschlagen und gut verklebt landet es zunächst in einem Holzrahmen. Dieser wiederum wird in die „Klima-Kiste“ gepackt. „Darin lässt sich die Temperatur regulieren und anpassen“, sagt Fachmann Wiemer, der 1977 mit dieser Tätigkeit begann. „Wir behandeln jedes Werk gleich, egal ob von Rubens, Picasso oder einem unbekannten Künstler.“ Von den 17 Grad in den Räumen des Schlosses werde die Temperatur während der Fahrt bis Dalheim auf 20 Grad gesteigert, sagt Hoffmann.

„Das Werk hat unschätzbaren Wert für uns, da sollte es gut erhalten bleiben“, betonen Margrid Reitzammer und Bernd Hillig vom Förderverein „Historische Sammlungen“ Quedlinburg. Schließlich habe der Verein die im Dezember 2012 beendete Restaurierung des Bildes durch Heike Billerbeck aus Braunschweig finanziell ebenso unterstützt wie das Landesverwaltungsamt und der Leihnehmer in Dalheim.

„Neben der Restaurierung wird das Bild im Katalog der Ausstellung wissenschaftlich erörtert“, sieht Hoffmann Vorteile beim Ausleih. „Hinzu kommt der Werbeeffekt für Quedlinburg in Nordrhein-Westfalen.“ Obwohl es keine Gebühr gebe, lohne es sich dadurch trotzdem. Gut verpackt landet das Bild in der 160 Kilogramm schweren Klimakiste vorm Museum wieder auf dem Transporter von Detlef Keller. „Wir haben uns sofort verstanden“, sagt er zum Abschied.