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In Naumburg CDU deutlicher Sieger

Von HARALD BOLTZE 08.06.2009, 18:28

NAUMBURG. - "Im Gegensatz zu den herben Verlusten unserer CDU-Kollegen im Land konnten wir sogar noch zulegen und haben in den Kreisstädten das beste CDU-Ergebnis erreicht. Ich denke, es ist Bestätigung dafür, dass wir im Gemeinderat stets sachlich gearbeitet und die Kooperation mit den anderen Parteien gesucht haben", sagte der CDU-Ortsvorsitzende Daniel Sturm.

Mit 4 144 Stimmen (16 Prozent) und sechs Ratssitzen wurde Die Linke zweitstärkste Kraft in der Domstadt und ihren Ortsteilen. Ein Ergebnis, dass jedoch den Verlust von zwei Sitzen bedeutet. "Klar, dass wir damit nicht zufrieden sein können. Mit sieben Mandaten hätten wir leben können. Warum es nur sechs geworden sind, müssen wir nun intern erörtern. Bestimmte Wahlbereiche in sozialen Brennpunkten wie am Holländer oder an der Schreberstraße haben wir ja immerhin gewonnen", sagte die Fraktionsvorsitzende der Linken im Gemeinderat, Antje Perl. Die 16 Prozent der Linken sind ein Verlust von 4,7 Prozent.

Ebenfalls einen Verlust musste die SPD hinnehmen. Wenngleich dieser mit 1,3 Prozent (15,2 statt 16,5) und einem Mandat (sechs statt sieben) etwas milder ausfiel. "Wir hatten sieben Mandate als Ziel ausgegeben, nun sind es sechs geworden. Damit müssen wir zufrieden sein. Die schlechte Wahlbeteiligung ist natürlich ein klarer Auftrag an alle demokratischen Parteien", meinte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Thomas Postleb. Die Wahlbeteiligung verringerte sich gegenüber 2004 von 42 auf 36,4 Prozent. Dies führt unter anderem auch dazu, dass die CDU als Wahlgewinner zwar ein Plus von 3,7 Prozent einfahren konnte, statt 19 138 aber nur 12 310 Stimmen bekam. Daniel Sturm: "Erschütternd. Alle, die nicht wählen waren, dürfen jetzt nicht kommen und an allem rummeckern." Die sieben weiteren Sitze im Gemeinderat (genaues Ergebnis siehe Grafik) errangen die FDP (drei Sitze; minus eins), das Bündnis 90 / Die Grünen (zwei Sitze; geblieben), die Freie Wählervereinigung (ein Sitz, geblieben) sowie das Bürger-Bündnis Burgenland (ein Sitz; erstmalig).

Trotz der kaum veränderten Sitzverteilung werden einige "gestandene" Abgeordnete bald neue Gesichter zu sehen bekommen. Von den aktuellen Stadträten wurden nicht wieder gewählt: Ingetraud Becker, Dr. Felix Böcker, Dietmar Frohn, Hannelore Rossol, Dr. Ekkehardt Wirth-Steinbrück (alle CDU), Jan Wagner (Die Linke), Anja Sperber, Jürgen Salffner (beide FDP), Torsten Pörnig (Grüne) sowie Irene Gorski-Scarbart und Klaus Seidewitz (Freie Wähler). Nicht wieder zur Wahl gestellt hatten sich: Rainhardt Grzonka (CDU), Dr. Roswitha Leich, Franz Fischer (beide SPD), Roland Ködel (fraktionslos) und Katja Bier (Linke).

Die meisten Stimmen konnte der Landtagsabgeordnete Daniel Sturm mit 1 533 Kreuzen erringen. Ihm folgen der amtierende Ratsvorsitzende Eberhard Gollmick (1 093) sowie Antje Perl (1054). "Mein gutes Ergebnis heißt aber nicht, dass ich jetzt auf die Posten als Fraktions- oder Gemeinderatsvorsitzender schiele", sagte Sturm. Wenig erfolgreich lief die Wahl hingegen für Matthias Priedigkeit (30 Stimmen, SPD), Gerd König (30, FDP), Michael Wiese (17, CDU) sowie Maik Schrumpf (16, Grüne). Sie vereinigten die wenigsten Stimmen auf sich. Pech hatten außerdem Dr. Felix Böcker (228, CDU), Jan Wagner (224, Die Linke), Hans-Martin Ilse (149, SPD), Jürgen Salffner (146, FDP), Torsten Pörnig (184, Grüne), Irene Gorski-Scarbart (207, FW) und Bärbel Spangenberg (111, BBB): Sie hätten nur einen Sitz ihrer Partei mehr benötigt, um in den Gemeinderat einzuziehen.