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Interview mit Thomas Eckert Interview mit Thomas Eckert: "Nur ein Nebeneffekt"

Von Oliver Leiste 28.12.2014, 12:00
Inhaber Thomas Eckert schließt seinen Laden nur am Sonntag. Auch zu nächtlicher Stunde ist der Supermarkt nie leer.
Inhaber Thomas Eckert schließt seinen Laden nur am Sonntag. Auch zu nächtlicher Stunde ist der Supermarkt nie leer. Lemberger Lizenz

Halle (Saale) - Herr Eckert, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen 24-Stunden-Supermarkt zu eröffnen?
Eckert: Ich habe den Markt im November 2001 übernommen. Ziemlich schnell stellte sich heraus, dass wir aufgrund der Enge nicht zu normalen Zeiten  Regale auffüllen konnten. Deshalb haben wir 2005 begonnen, dies Nachts zu machen. Irgendwann fiel dann das Ladenschlussgesetz, und in Berlin gab es bald darauf Märkte, die rund um die Uhr geöffnet hatten. Gemeinsam mit einem anderen Marktbetreiber habe ich mir diese angesehen. Wir waren uns einig, dass so etwas auch in Halle funktionieren könnte. Für zwei solche Geschäfte ist Halle aber zu klein. Da ein eigener Parkplatz eine zwingende Voraussetzung war, fiel die Wahl auf mich. Dadurch, dass wir nachts auffüllen, sind die Mitarbeiter ja sowieso da. Das Team wurde um einen Wachmann und Kassierer aufgestockt - und dann ging es los.

Lohnt sich denn der Aufwand, das Geschäft so lange zu öffnen?
Eckert: Das lohnt sich schon. Aber die ursprüngliche Grundidee war ja, auf den Platzmangel zu reagieren und in der Nacht aufzufüllen. Das andere ist eher ein schöner Nebeneffekt.

Führt dieses Vorgehen nicht zu Konflikten zwischen den Kunden und den Auffüllern?
Eckert: In der Regel arrangieren sich beide Seiten ganz gut.

Wer geht 3 Uhr morgens einkaufen?
Eckert: Man ist überrascht, wer da so alles kommt. Natürlich junge Leute, die von einer Party kommen und sich noch Nudeln kochen wollen. Aber auch Leute, die in Schichten arbeiten und deshalb tagsüber nicht zum Einkaufen kommen. Einige Kunden haben ihr ganzes Hab und Gut auch immer dabei.

Nutzen Sie den Supermarkt auch selber?
Eckert: Ich tätige meine Einkäufe in meinem Markt in Sandersdorf. Deshalb nutze ich diesen Supermarkt in der Regel nicht.

Haben Sie schon mal nachts an der Kasse gesessen?
Eckert: In meinen Märkten habe ich schon sämtliche Tätigkeiten auch selber ausgeführt. Auch an der Kasse. Nachts saß ich da aber noch nie.

Schade, ich hatte auf einige Anekdoten gehofft. Anderes Thema: Was ist Ihr Lieblingsprodukt im Supermarkt?
Eckert: Frisches Fleisch.

Angenommen, Sie könnten den perfekten Supermarkt bauen: Wie würde der aussehen?
Eckert: Der hätte eine große Verkaufsfläche. Dann wären die Gänge schön breit. Zudem würde ich niedrige Regale, mit maximal 1,60 Metern Höhe aufstellen. Auch dafür braucht man viel Platz.

Und was könnte man dort kaufen?
Eckert: Beim Grundsortiment muss man sich natürlich am Zentrallager orientieren. Aktuell bin ich mit unserem Angebot in der Frische- und Kühlabteilung nicht zufrieden, weil wir da zu wenig Platz haben. Das wäre in dem Traummarkt sicherlich anders. Auch bei Trendthemen wie vegetarischen und veganen Angeboten könnte man sicherlich viel mehr machen, wenn der Platz da wäre.

Wer würde in diesem Supermarkt einkaufen?
Eckert: Wenn es nach mir geht, alle. Zumindest alle, die im Einzugsgebiet des Marktes wohnen.

Wäre der Markt auch 24 Stunden geöffnet?
Eckert: Das hängt davon ab, wo er sich befindet. In einer Großstadt wie Halle wahrscheinlich schon, in einem Ort wie Sandersdorf eher nicht.