Einbrüche in Halle Saale Einbrüche in Halle Saale: Bitte nicht abschließen!

Halle (Saale) - Halles Diebe gehen zum Klauen in den Keller. Jedenfalls legt das die aktuelle Polizeistatistik nahe. Einbrüche in Keller und Dachböden sind ein zentrales Problem für die Ermittler, die Zahl der registrierten Fälle steigt rapide.
Vor allem Mehrfamilien-Häuser, also klassische Wohnblocks, stehen bei Tätern hoch im Kurs. Die Polizei rät: Nachts Haustür abschließen! Doch so einfach ist das nicht. Denn der gut gemeinte Rat widerspricht dem, was in den Hausordnungen der großen halleschen Vermieter steht.
Kaum zu bändigende Gefahr
Darauf weist eine Reihe von MZ-Lesern hin. „Auch in unserem Mehrfamilienhaus gab es in der Vergangenheit Einbruchsversuche“, schreibt Günter Neubert. Die Gefahr sei jedoch kaum zu bändigen, „denn laut Hausordnung ist ein Abschließen der Haustür mittels Schlüssel wegen des Brandschutzes untersagt“. Bei der zuständigen WG Eisenbahn wird dies bestätigt, aus Brandschutz-Gründen ist das Abschließen der Häuser durch Mieter verboten - auch nachts.
Eine gängige Regel
Dies ist keine Ausnahme, sondern die Regel, die in der Bauordnung des Landes festgeschrieben ist. Das bestätigt Thomas Michael, Brandschutz-Experte der Feuerwehr Halle. „Die Flucht- und Rettungswege in den Mehrfamilienhäusern müssen zwingend unverschlossen bleiben“, sagt er, „die Türen müssen einhändig und ohne Werkzeug zu öffnen sein.“ Gerade in Hochhausblocks fänden regelmäßig sogenannte Brandsicherheits-Schauen statt, bei denen Hausmeister explizit auf diese Regel hingewiesen werden. „Dass die Türen auch nachts unverschlossen bleiben, ist die dringende Bitte der Rettungskräfte“, sagt Michael, „diese benötigen im Notfall schnellen Zugang zu den Wohnungen.“
Anti-Panik-Schlösser
Angesichts der halleschen Einbruchszahlen des vergangenen Jahres (1.873 registrierte Fälle), reagieren einige private Vermieter mit dem Einbau sogenannter Anti-Panik-Schlösser. Diese lassen sich von außen verschließen, gleichzeitig jedoch von innen ohne Schlüssel öffnen - so soll die Fluchtmöglichkeit bei Feuer gewahrt bleiben und gleichzeitig die Diebesgefahr gebannt bleiben. Den Forderungen der Feuerwehr genügen sie freilich nicht, wenn sie verschlossen sind. Bei den großen Vermietern Halles, der HWG und der GWG, sind die Anti-Panik-Schlösser bisher kein Thema. „Einbrüche bleiben ein Problem“, sagt GWG-Sprecherin Doris Henning. „Problematisch wird es dann, wenn die Zugänge zu Kellern nicht verschlossen sind.“ (mz)