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Nach der Wahl Onay: Habeck-Rückzug ist falsch und unnötig

Robert Habeck war das Gesicht des Grünen-Wahlkampfs - möglicherweise kehrt er nun der Politik den Rücken. Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hat eine klare Meinung dazu.

Von dpa 26.02.2025, 08:03
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hält den angekündigten Rückzug des Grünen-Kanzlerkandidaten Robert Habeck aus der ersten Reihe der Politik für falsch. (Archivbild)
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay hält den angekündigten Rückzug des Grünen-Kanzlerkandidaten Robert Habeck aus der ersten Reihe der Politik für falsch. (Archivbild) Julian Stratenschulte/dpa

Hannover - Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay sieht den geplanten Rückzug Robert Habecks aus der ersten Reihe der Politik als falsch und unnötig an. „Auch wenn ich nicht jede seiner Entscheidungen teile: Die Art und Weise, wie er Politik macht, wird den Grünen fehlen“, sagte der Grünen-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Das wird auch schwer zu kompensieren sein.“

Onay betonte: „Ich habe ihm meine Meinung mitgeteilt, dass ich es sehr begrüßen würde, wenn er es sich anders überlegen würde.“ Der Kanzlerkandidat der Grünen hatte nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl angekündigt, keine führende Rolle bei den Grünen mehr anzustreben. 

Bei der Wahl sackten die Grünen auf 11,6 Prozent ab - nach 14,7 Prozent im Jahr 2021. Habeck wurde jedoch erneut in den Bundestag gewählt. Ob er das Mandat als Bundestagsabgeordneter antreten wird, war noch nicht bekannt.

Erklärtes Ziel der Grünen sei es gewesen, „Verantwortung zu übernehmen für das Land“, sagte Onay der Zeitung. „Gleichzeitig muss man sagen, dass viele Grüne dankbar sind, dass der Kelch einer Kenia-Koalition mit CDU und SPD an ihnen vorüber­gegangen ist.“ Der künftige Bundeskanzler Friedrich Merz und vor allem CSU-Chef Markus Söder hätten sich im Wahlkampf „voll auf die Grünen eingeschossen und die Gräben immens vertieft“. 

Sorgen wegen des Rechtsrucks in Deutschland kann Onay nach seinen eigenen Worten nachvollziehen: „Ein Migrationshintergrund, eine andere Hautfarbe, ein anderer Lebensstil – für all das wird man viel stärker angegangen als früher“, sagte er. „Der Hass ist sehr, sehr offen in diesem Land mittlerweile. Und jetzt haben wir dazu auch ein amtliches Wahlergebnis.“