1. MZ.de
  2. >
  3. Mitteldeutschland
  4. >
  5. Landkreis Wittenberg
  6. >
  7. Schulbus verunglückt: Schulbus verunglückt: Neuer Busfahrer verursacht Verspätung

Schulbus verunglückt Schulbus verunglückt: Neuer Busfahrer verursacht Verspätung

Von Marcel Duclaud 25.10.2018, 10:56
Gefällter Pfeiler an der Einfahrt zur Jugendherberge von Radis - der Bus war versehentlich dort eingebogen.
Gefällter Pfeiler an der Einfahrt zur Jugendherberge von Radis - der Bus war versehentlich dort eingebogen. Thomas Klitzsch

Kemberg - Aufatmen in Kemberg. Nachrichten von einem Schulbus-Unfall am Mittwochmorgen haben sich als vergleichsweise harmlos erwiesen. Verletzt wurde niemand, allerdings sind einige Kinder verspätet oder auch gar nicht in die Schule gekommen. Außerdem war die Ungewissheit ein Problem.

Nach Informationen der Polizei ereignete sich der Unfall gegen 7.20 Uhr. Der 45-jährige Busfahrer soll in Radis auf der Radiser Bahnhofstraße aus Richtung B 100 kommend unterwegs gewesen und versehentlich in die Grundstückseinfahrt der Jugendherberge eingebogen sein. Dabei streifte der Bus den linken Pfeiler der Toreinfahrt, der stark beschädigt wurde.

Der obere Teil des Pfeilers brach ab und fiel zu Boden. Am Bus entstand erheblicher Sachschaden. Er konnte seine Tour demzufolge nicht fortsetzen - was zu Wartezeiten an den Haltestellen führte.

Der Chef des beauftragten Kemberger Busunternehmens Säger, Gunnar Stotz, ist zunächst einmal froh, dass kein Mensch zu Schaden kam. „Das ist wichtig.“ Ärgerlich seien der Unfall und die damit verbundenen Verspätungen gleichwohl. Stotz spricht von einer Leerfahrt. Der Bus sei aus Gräfenhainichen über Radis in Richtung Schleesen unterwegs gewesen, wo die eigentliche Tour starten sollte, die über Selbitz und Bergwitz nach Kemberg führt.

Sie fand auch statt: allerdings etwa eine dreiviertel Stunde später, wie Stotz erklärt. Es sei nicht ganz leicht gewesen, um die Zeit so schnell ein Ersatzfahrzeug aufzutreiben. An den Haltestellen freilich standen kaum mehr Fahrgäste. Der Leiter des Kemberger Busunternehmens vermutet, dass die Kinder teils von ihren Eltern mit dem Auto in die Schule gebracht worden sind und teils von Kollegen „eingesammelt wurden“, die Haltestellen ebenfalls anfahren.

Stotz räumt ein, dass der Ersatzbus schneller hätte vor Ort sein können: „Es hätte noch ein bisschen besser laufen können, wären wir sofort informiert worden.“ Noch ausgewertet werden muss, wie es zu dem Unfall kommen konnte. „Da gibt es einige Fragezeichen.“ Allerdings handele es sich bei dem Busfahrer um einen neuen Kollegen. Der Schaden sei beträchtlich, berichtet Stotz. Die Summe werde sich etwa im vierstelligen Bereich bewegen.

Warten mussten etliche Schüler, unter ihnen die Achtklässlerin Viona Spandau aus Klitzschena. Ihre Mutter konnte sie allerdings nicht in die Schule nach Kemberg bringen, das Auto ist in der Werkstatt. Die Familie erfuhr erst online durch die MZ, warum der Bus nicht kam.

Auch in Selbitz war die Ungewissheit groß: „Ich erhielt gegen 8 Uhr einen Anruf, dass mein Enkel Alex vor der Tür bei uns zu Hause steht und nicht reinkommt“, berichtet Carmen Drescher. Bekannte haben den Jungen schließlich zur Grundschule nach Bergwitz gebracht. „Ich war ziemlich besorgt“, gesteht die Großmutter.

Kembergs Bürgermeister Torsten Selig (CDU) ist erleichtert, dass der Busunfall glimpflich ausgegangen ist: „Den Pfeiler an der Jugendherberge kriegen wir wieder hin“, versicherte er am Nachmittag gegenüber der MZ. (mz.)