Handball-Oberliga Handball-Oberliga: HG 85 Köthen siegt gegen HSV Apolda

Köthen - Das Catering wurde schon über das Feld in Richtung Empore getragen, da hatten die Spieler der HG 85 Köthen noch nicht einmal fertig gefeiert. Er war zeitlich eng getaktet, dieser letzte Spieltag des Jahres, der auch der Tag der Weihnachtsfeier war. Hütten vor der Halle, geschmückt im Inneren, Essen und Trinken plus stimmungsvolle Musik - der Rahmen stand für einen vergnüglichen Abend. Und die Mannschaft trug mit dem 32:29-Sieg gegen den HSV Apolda einen wichtigen Teil dazu bei, dass es eine sorgenfreie Feier wurde.
„Eine neue Qualität“
Die fünf Spiele anhaltenden Sieglos-Serie der HG 85 Köthen ist beendet. Und die Erleichterung darüber war jedem Spieler, jedem Vorstandsmitglied und jedem Anhänger anzusehen. „Oh, wie ist das schön“, sangen die Zuschauer mit stehenden Ovationen. Das hatte es lange nicht gegeben. „Es war eine gewisse Anspannung bei uns“, sagte Christian Schöne. Der Routinier war mit sieben Toren - davon vier vom Siebenmeterstrich - Köthens erfolgreichster Werfer. Alle waren sich bewusst, dass die sportliche Lage bei einer Niederlage - die HG 85 wäre dann mit 10:14-Punkten auf einem Abstiegsplatz in die Weihnachtspause gegangen - für noch mehr Unruhe gesorgt hätte.
Nun steht man mit 12:12 Punkten auf Platz acht der Mitteldeutschen Oberliga. „Damit sind wir im Fahrplan“, sagte Bodo Kreutzmann, Trainer und Präsident in Personalunion.
Köthen war unter schwierigen Vorzeichen ins Spiel gegen den Aufsteiger, der in der Hinrunde zu den positiven Überraschungen zählt, gegangen. Mit Tobias Bauske und Tom Lüders fehlten zwei Rückraumspieler verletzt beziehungsweise erkrankt. Zudem war Kapitän Martin Lux nach wie vor nur eingeschränkt im Angriff einsetzbar. Also bekam Tom Groll mehr Verantwortung. Und der 18-Jährige wurde dieser Aufgabe gerecht. Nicht nur warf er drei Tore, er bereitete auch mehrere Treffer sehenswert vor. Groll war mit zwei Pässen auf Svajunas Kairis, der zum 14:11 und 15:11 traf, maßgeblich daran beteiligt, dass die HG mit einem Vier-Tore-Polster in die Pause ging. Zuvor hatte der 19-Jährige Paul Lipka eines seiner beiden Tore zum 13:10 erzielt. „Die jungen Spieler haben Akzente gesetzt. Da hatten wir eine neue Qualität“, sagte Trainer Bodo Kreutzmann.
Dass es kein vorentscheidender Vorsprung war, war aus zwei Gründen zu erwarten. Erstens hatte Köthen nach den zuletzt enttäuschenden Wochen nicht die Sicherheit, so ein Spiel souverän zu gewinnen. Zweitens verfügte der HSV Apolda über genug Qualität, um zurückzukommen. Bis zur 40. Minute lief es für die HG noch rund, da hatte Robert Kreller zum 19:14 getroffen. Acht Minuten später war der Vorsprung aufgebraucht (22:22). Der Hauptgrund dieses Laufs war Sebastian Triller, die Würfe des Linkshänders fanden immer wieder ihr Ziel. Triller war mit elf Toren der gefährlichste Spieler auf dem Feld.
Die Nerven behalten
Der HG gelang es aber, nicht in Rückstand zu geraten, was mental sehr wichtig für die Mannschaft war. „Es war gut, dass wir diese kritische Phase überstanden haben“, sagte Christian Schöne. Köthen erspielte sich wieder eine Führung und behielt in der Schlussphase die Nerven.
„Das ist ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Mannschaft, für mich und auch die Region“, sagte Bodo Kreutzmann, der Neuverpflichtungen erneut eine Absage erteilte. Die Mannschaft hatte ihm bewiesen, dass sie das Saisonziel erreichen kann. (mz)
