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Fußball-Nachwuchs Fußball-Nachwuchs: Löwen in Gründerstimmung

Von Daniel George 21.04.2015, 19:04
Gemeinsam: Denny Bremer (SG Ramsin), Jürgen Spitzner (SV Roitzsch), Jacqueline Taubert (VfB Zscherndorf, r.), Michael Rehschuh (Kreisfachverband Fußball Anhalt-Bitterfeld) und Wilhelm Fink (ESV Petersroda).
Gemeinsam: Denny Bremer (SG Ramsin), Jürgen Spitzner (SV Roitzsch), Jacqueline Taubert (VfB Zscherndorf, r.), Michael Rehschuh (Kreisfachverband Fußball Anhalt-Bitterfeld) und Wilhelm Fink (ESV Petersroda). Privat Lizenz

Bitterfeld/MZ - Wilhelm Fink ist dieser Tage geschäftlich im Schwabenland unterwegs. Einen Gesprächstermin mit dem Vorsitzenden des ESV Petersroda zu vereinbaren, ist nicht leicht. Aber er nimmt sich trotzdem Zeit. Denn es geht um Nachwuchsfußball. Es geht um „United 4 Lions“. Es geht um eine Herzensangelegenheit.

Vier Vereine aus Anhalt-Bitterfeld haben sich zusammengeschlossen, um jungen Kickern eine neue Perspektive zu bieten: Der SV Roitzsch, die SG Ramsin, der ESV Petersroda und der VfB Zscherndorf möchten mit ihrem Jugendprojekt „United 4 Lions“ Lösungen schaffen. „Wenn wir jetzt nichts für den Nachwuchs tun, könnte das für kleinere Vereine in den nächsten Jahren lebensbedrohlich sein“, meint Wilhelm Fink, der Präsident des geplanten Jugendfördervereins (JFV) werden soll.

Modifizierung notwendig

Das gemeinsame Training der Nachwuchskicker aus den vier Vereinen hat bereits begonnen. Am vergangenen Mittwoch wurde Eltern und Interessierten bereits das Konzept vorgestellt. „In dieser Form mit vier Vereinen hat es so ein Projekt noch nicht gegeben“, sagt Wilhelm Fink, „wir wollen Vorreiter sein.“

Das Umfeld verhält sich euphorisch. Die Beteiligten hegen große Vorfreude. Der Start von etwas ganz Neuem macht meistens Spaß. „Es herrscht Gründerstimmung“, erzählt Denny Bremer, Vorsitzender des Landesligisten SG Ramsin. Aber: „Wir wurden zuletzt ein bisschen nach hinten geworfen.“ Um einen Jugendförderverein zu gründen, müssen Anträge bestätigt werden.

Und eigentlich müssen laut Richtlinien des Deutschen Fußball Bundes (DFB) die Altersklassen A, B und C für eine JFV-Gründung besetzt sein. Das Projekt „United 4 Lions“ soll sich zunächst aber auf die G-, F- und E-Junioren konzentrieren. Wenngleich Wilhelm Fink vorausschauend sagt: „Wir wollen sukzessive Mannschaften in allen Altersklassen aufbauen.“

Notwendige Anträge

Die notwendigen Anträge habend die Verantwortlichen trotzdem gestellt. Jörg Bihlmeyer, Präsident des Kreisfachverbandes (KFV) Fußball Anhalt-Bitterfeld, hat die Unterlagen auf dem Tisch. „Ich finde die Geschichte nicht schlecht“, sagt er, „aufgrund der demografischen Entwicklung müssen die Vereine neue Wege gehen.“

Ein Vorstandsbeschluss sei für die Gründung eines Jugendfördervereins aber noch vonnöten, genau wie die Zustimmung des Landesverbandes. Die DFB-Richtlinie muss modifiziert werden. „Wir wollen die Grundlagen im nächsten Vierteljahr schaffen“, blickt Bihlmeyer voraus. „Es gibt kein zurück mehr“, meint Wilhelm Fink.

Bis die Zusage für die Gründung eines Jugendfördervereins vorliegt, wird der Zusammenschluss der vier Vereine als Nachwuchsspielgemeinschaft auflaufen. „Das Organisatorische läuft im Hintergrund, aber die Kinder können schon Fußball spielen“, erklärt Denny Bremer. Denn darum geht es ja: Der Nachwuchs soll am Ball bleiben, auch und vor allem die Allerjüngsten.

„Wir möchten eine Alternative bieten“, sagt der Ramsiner, „es gibt derzeit wenige Teams in diesen Altersklassen.“ Der Sandersdorfer und Thalheimer Jugendzusammenschluss legt den Fokus vor allem auf die älteren Jahrgänge, arbeitet ganz klar leistungsorientiert. „Einige Spieler, die hinten runterfallen, können wir vielleicht auffangen“, meint Wilhelm Fink.

„Wir wissen, worum es geht“

Name und Logo wurden bereits präsentiert. Das englische Wort „United“ bedeutet „gemeinsam“. Die Botschaft: Vier Vereine ziehen an einem Strang - und die Kinder kämpfen auf dem Platz wie die Löwen, wie die „Lions“.

Bleibt zu hoffen, dass es keine Konflikte zwischen den Partnern geben wird. „Grundvoraussetzung ist, dass alle gleichberechtigt sind“, sagt Fink, der sich sicher ist: „United 4 Lions wird nicht an privaten oder persönlichen Interessen scheitern.“ Denn: „Wir wissen, worum es geht.“ Das Projekt ist für alle eine Herzensangelegenheit.