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Kirche Großwangen Kirche Großwangen: Knopf und Fahne glänzen

Von Gisela Jäger 26.04.2017, 06:50
Als der Arterner Fachmann Laszlo Szabó die Wetterfahne über den erneuerten Turmknauf setzt, halten das Gottesdienstbesucher im Bild fest.
Als der Arterner Fachmann Laszlo Szabó die Wetterfahne über den erneuerten Turmknauf setzt, halten das Gottesdienstbesucher im Bild fest. Jäger

Großwangen - Der erneuerte Turmknopf und eine neue Wetterfahne glänzen von der Turmspitze der Kirche Großwangen in der Sonne. In einem kleinen Festakt und einer Andacht feierten den Moment der letzten Handgriffe zur Befestigung dieser Zierelemente die Wangener Gemeindemitglieder und Bürger. Mit Spenden hatten sie zur Erneuerung beigetragen.

Pfarrer Michael Röpke freute sich, dass nach fast einem Jahr mit diesem Schritt ein weiterer „Baustein“ in die Sanierung der Kirche eingefügt werden konnte. Seit etwa 25 Jahren waren Schritt für Schritt, und immer soweit es Finanzierungsmodelle und Spenden ermöglichten, Erneuerungsarbeiten durchgeführt worden.

Pfarrer Röpke erinnerte daran, dass die Sanierung mit der Dacherneuerung begonnen hatte und in der jüngsten Zeit auch der Altar neuen Glanz erhielt. „Doch wenn oben im Dachbereich noch etwas fehlt, dann stimmt das Ganze nicht“, so Röpke, der damit zum Psalm 127 überleitete. Der besagt sinngemäß, wenn der Herr das Haus nicht baut, dann können auch die Menschen es nicht bauen und vollenden.

Bevor sich alle Besucher vor die Kirche begaben, um den letzten Handgriffen des Fachmannes Laszlo Szabó, Inhaber eines Handwerksbetriebs für Glocken, Turmanlagen und Läuteinrichtungen, zum Befestigen der Wetterfahne zuzusehen, konnte Pfarrer Röpke überraschend in der Kirche seinen Amtsbruder und Vorgänger in der Kirchgemeinde Nebra, Pfarrer Küfner, unter den Gästen begrüßen.

Dieser weilte zufällig durch eine Einladung in der Region und hatte zu seiner großen Freude von der Turmknopfeinweihung erfahren. Nachdem Handwerker Szabó, unterstützt durch Handreichungen des Wangener Kirchenältesten Karl-Hermann Hoffmann, auf den schon zuvor befestigten Turmknopf die Wetterfahne aufgesetzt hatte, dankten die Wangener mit Beifall und dem Lied „Lobet Gott, den Herrn“ für die Vollendung der Kirchturmspitze, und der Pfarrer meinte, nun könnten die Wangener nach fast einem Jahr wieder sehen, woher der Wind weht.

Am 6. Mai im vorigen Jahr nämlich war man dem Turm auf das Dach gestiegen, weil, nachdem schon seit Jahren der Turmknopf desolat war, nun auch die Wetterfahne ihren Dienst nicht mehr versah. Der Wangener Steffen Bilkenroth konnte durch persönliche Kontakte den Dachdeckermeister Peter Gut aus Blumberg und dessen Helfer gewinnen, der beides vom Turmdach abbaute. Enttäuschend war das Öffnen der Turmkugel gewesen, weil der Inhalt völlig verwittert war. Die Ursache: Der Turmknopf war zerschossen. Der Arterner Fachmann Laszlo Szabó übernahm die Restaurierung. Er hatte bereits in einem früheren Auftrag die Kirchturmuhr repariert und das Geläut auf elektrischen Antrieb umgestellt. Ende Dezember 2016 hatte der Turmknauf wieder in voller vergoldeter Pracht geglänzt und die Wetterfahne mit der Jahreszahl 2016 war fertig.

In einem Spendenaufruf an alle Wangener und Firmen im Januar 2017 wurde versucht, für die Erneuerung Spendengelder aufzubringen. Das, so erzählte Kirchenältester Karl-Hermann Hoffmann, war nun im vollen Umfang gelungen. Falls nach Bezahlung der letzten Rechnung Geld übrig bleibt, werde dieses für weitere Sanierungsschritte angespart. Denn noch etwas fehlt der Kirche - ihre Stimme. Die Orgel wartet auf eine umfassende Reparatur. Jetzt aber zeigten sich erstmal alle glücklich, dass über dem mit Zeitdokumenten in einer Kapsel gefüllten Turmknopf die Wetterfahne im Wind kreiste.