Zeitz Zeitz: Der Sonntag fiel ins Wasser
ZEITZ/MZ. - Ein verregneter verkaufsoffener Sonntag ist es gewesen. Immer wieder prasselten am Sonntagnachmittag in der Zeitzer Innenstadt Regentropfen auf Besucher und Veranstalter herab. Da zauberte es einem schon ein Lächeln auf das Gesicht, als die Tanzgruppe Black Daffodils mit Regenschirmen zum Song "It's raining men" abging. Die Tänzerinnen lächelten und legten die Schirme ab, das Publikum verkroch sich unterdessen unter Zelten und Regenschirmen. Neben der Tanzfläche war ein künstlicher Strand angelegt worden, denn hier sollte ursprünglich eine sommerliche Strandparty stattfinden. Zwei Kinder-Planschbecken füllten sich denn auch - mit Regenwasser. Ein Sommersonntag sieht anders aus. Dennoch: Das Kaufhaus Innenstadt hatte geöffnet.
Die Modenschau verschiedener in der Innenstadt ansässiger Bekleidungsgeschäfte zeigte die neuesten Sommertrends, die man offensichtlich auch bei hässlichem Wetter gut zu einem Regenschirm tragen kann. Die Sonnenbrillen der Models kamen von Optiker Michael Klotz. Im Geschäft war es zwar trocken, doch der Starkregen forderte auch hier seinen Tribut: Ganze fünf Besucher waren am Sonntag bis 16 Uhr im Geschäft, die gekühlte Sektflasche wartete geöffnet und randvoll auf Kunden.
Beim Bekleidungsgeschäft Ernstings Family konnten die Besucher außer einkaufen auch am Glücksrad drehen. Bei Erfolg gab es einen Einkaufsgutschein, einlösbar ab Montag. Insgesamt waren circa 50 Besucher im Laden. Eher Unzufriedenheit machte sich derweil in der Thalia-Buchhandlung bemerkbar. Der verkaufsoffene Sonntag habe wohl nicht viel gebracht, erklärte Simone Grundig mit Blick auf die verregnete Wendische Straße. Trotzdem durchstöberten einige Kunden die Regale und erwarben DVD-Filme oder Bücher.
Doreen Kummer stand in der Bäckerei Sternbäck und reichte eine Tasse Kaffee über die Theke. "Wer geht bei dem Wetter schon gern vor die Tür, da sitzt man doch lieber auf der Couch", erklärt die Verkäuferin. Bis 17 Uhr musste sie an diesem Sonntag arbeiten.
Auch das Einkaufszentrum Michaelpark in der Zeitzer Friedensstraße hatte geöffnet. Das Elektronik-Fachgeschäft "MediMax" konnte eine positive Bilanz ziehen. Peter Friedrich, der Geschäftsführer, befragte den elektronischen Kundenzähler. 800 Kunden waren registriert worden. Heike Burkhardt saß an der Kasse und hatte so manches technische Gerät vor dem Scanner: Fernseher, Bildschirme, Spiele und Audiozubehör sind über den Ladentisch gewandert. Im benachbarten Schuhladen haben vor allem die Männer gekauft, erklärte Elvira Hantke von Deichmann. "Viele Männer fahren auf Montage und nutzen den verkaufsoffenen Sonntag, um sich Schuhe zu kaufen", erklärte die Verkaufsleiterin, "aber beim letzten verkaufsoffenen Sonntag ist eigentlich viel mehr los gewesen. Diesmal fehlt auch eine Veranstaltung."