Kreis Wittenberg Kreis Wittenberg: Lockerheit überträgt sich auf Spender
SEYDA/MZ. - Aus tiefster Überzeugung, freiwillig und unentgeltlich. Wissen sie doch, dass ihre Spende Leben retten und sie auch einmal auf eine Transfusion angewiesen sein können. Obwohl die vorherige Spende in Seyda erst am 27. August war, kamen auch diesmal um die 80 Spender.
Räume im Schulkeller waren in verschiedene Stationen umfunktioniert worden. Von der Anmeldung über die ärztliche Untersuchung, einem ersten Schnelltest bis hin zum eigentlichen Spendenraum. Sechs Spendestühle waren dort aufgestellt. Unterstützt durch manuelle Pumpbewegungen mittels Gummiball floss der Lebenssaft aus der Vene im Unterarm über einen Schlauch in den Kunststoffbehälter, 400 Milliliter insgesamt. Außerdem werden drei separate Proben abgezweigt.
Denn bevor eine Spende einem Empfänger zugute kommt, wird sie peinlichst genau im Labor untersucht. Zum Beispiel auf Hepatitis, Aids oder andere Krankheiten. Sollte ein solcher Test positiv, für den Spender allerdings negativ ausfallen, gibt es sofort eine Rückinformation an den Spender. Mit dem dringenden Hinweis, sofort den Hausarzt aufzusuchen. Die Spendenproben werden in einem Labor in Niedersachsen untersucht, die Blutkonserven werden noch vor Ort gekühlt und zum Institut des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes nach Dessau gebracht. Der für die Region zuständige DRK-Blutspendedienst ist eine gemeinnützige GmbH der Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie der Städte Bremen und Oldenburg. Der Sitz ist in Springe.
Vor Ort werden die Dessauer stets von Mitarbeitern des DRK-Kreisverbandes Wittenberg unterstützt. Peter Mokry brachte als Fahrer das Team aus Dessau nach Seyda. "Ich bin bei jeder Aktion locker drauf, das überträgt sich wohl auch auf die Spender", meinte er lachend. Ohne dabei natürlich den Ernst der Sache in Frage stellen zu wollen. Das sehen offenbar auch die Spender so.
Sebastian Arndt (20) aus Seyda, war zum zweiten Mal dabei. "Ich werde es weiter tun. Es ist doch ein schönes Gefühl, anderen Menschen helfen zu können", begründet er sein Engagement. Für Frank Gresse aus Seyda war es die 15. Spende. Konrad Schlüter aus Seyda ließ sich zum 37. Mal "anzapfen". Er weiß, dass er eine eher seltene Blutgruppe hat. "Schon zu DDR-Zeiten war ich ein gefragter Spender", erinnert er sich.
Heidi Weisbach kam aus ihrem Heimatort Arnsdorf nach Seyda. Anlass für sie, Spenderin zu werden, sei der Tod ihres Vaters gewesen, sagte sie. "Es ist jetzt das elfte Mal. Solange ich es gesundheitlich vertrage, bin ich auch weiterhin dabei", stellte sie in Aussicht.