Sangerhausen Sangerhausen: Bergmann am Tisch Nummer 1
Sangerhausen/MZ. - 82 Männer und Frauen aus der ganzen Bundesrepublik waren stellvertretend für die 82 Millionen Einwohner des Landes zum Empfang geladen. "Neben Repräsentanten aus allen Teilen des öffentlichen Lebens hatten der Bundespräsident und seine Gattin auch Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben", hieß es in der Einladung des Bundespräsidialamtes.
Dazu zählt Wilfried Malzer, der den Besuchern bei den Haldenbe- steigungen auf dem Gipfel der Schachthalde "Hohe Linde" den Stempel in den Gipfelpass drückt oder bei einer Führung Untertage im Bergbaumuseum Röhrigschacht Wettelrode die Arbeit der Bergleute im Kupferschieferschacht unvergesslich werden lässt. Als er die Einladung kurz vor Weihnachten in den Händen hielt, wollte er es erst gar nicht glauben. Dann war es einfach eine große Freude, dass man ihn seitens der Stadt Sangerhausen vorgeschlagen hatte.
"Für mich war es ein Erlebnis, das steht fest", sprudelt es aus Wilfried Malzer heraus. Natürlich war er beim Empfang im Bergmannshabit erschienen. "Ich habe für unsere Region, das Schaubergwerk Röh-rigschacht Wettelrode und das Europa-Rosarium geworben", sagte er. Dazu hatte er nicht nur beim kurzen Händeschütteln Gelegenheit: Wilfried Malzer gehörte mit weiteren sieben Personen zu denjenigen, die am Tisch Nummer eins mit dem Bundespräsidenten und seiner Gattin speisten. "Er hat gleich gesagt, wir erzählen auch beim Essen", berichtet Wilfried Malzer schmunzelnd. Den Bundespräsidenten hat er als "sehr netten, aufgeschlossenen Menschen" in Erinnerung. "Er hat viel gefragt", sagt er. "Über unseren Werdegang, was wir machen." Da gab es natürlich Gelegenheit, über den Verein der Mansfelder Bergarbeiter, den Röhrigschacht und die weltgrößte Rosensammlung zu erzählen. Beim Thema Rosen fand er auch in Bettina Wulff eine interessierte Zuhörerin. Christian Wulff erinnerte sich, dass er als Ministerpräsident schon einmal im Mansfelder Land, in Helbra, war. Aber nicht nur beim Bundespräsidenten war Wilfried Malzer als Gesprächspartner begehrt. Durch die Bergmannsuniform war er auch bei den Medienvertretern sehr gefragt. Nicht zuletzt nutzten auch die 82 Bürger die Gelegenheit, sich untereinander kennen zu lernen. "Meine Gesprächspartner habe ich natürlich nach Sangerhausen und Wettelrode eingeladen", sagte Malzer. "Auch die Prospekte vom Europa-Rosarium und dem Bergbaumuseum waren im Hotel und im Schloss Bellevue schnell vergriffen."