Firma für Sprinkleranlagen Firma für Sprinkleranlagen: Im Ernstfall regnet es

Merseburg - Vitrinen sind dazu da, sie mit besonders schönen Gegenständen zu dekorieren. Das hat Torsten Schade auch gemacht. Im Büro des Geschäftsführers ist das Glasmöbel prall gefüllt mit Sprinklern aller Art. Kleine und große, alte und neue sind zu sehen. Erfunden wurden sie 1874 vom Amerikaner Henry S. Pamalee, einem Hersteller von Klavieren.
Deutschlandweit sind Firmen, die Feuerlöschtechnik verbauen, handverlesen. Die A&F-Anlagen- und Feuerlöschtechnik aus Merseburg gehört zu diesem speziellen Kreis dazu.
Herzstück einer Sprinkleranlage
Torsten Schade nimmt das Herzstück einer Sprinkleranlage auf die Hand. Bei 68 Grad Celsius Raumtemperatur platzt die mit einer roten Flüssigkeit gefüllte Glasampulle. Ein Metallblättchen fliegt weg und gibt so sofort den Weg zu einem stets gefüllten Wasserrohr frei. So können in der Anfangsphase eines Brandes Flammen eingedämmt beziehungsweise gelöscht werden.
„Eine geniale Technik, die im Ernstfall Leben retten kann“, erklärt Schade und er fügt hinzu: „Unsere Technik sollte möglichst nie auslösen. Doch wir haben schon den Ernstfall erlebt, und da war es gut, dass unsere Feuerlöschtechnik 1a funktionierte.“
Etwa 300 Sprinkler
Etwa 300 Sprinkler befinden sich in einer Kaufhalle, rund 5.000 sind in einem Logistikzentrum verbaut. Bis zu 10.000 werden in einem Kraftwerk benötigt, sagt Schade. Gegründet wurde die Spezialfirma im Jahr 2002 mit zehn Mitarbeitern. Torsten Schade, Geschäftsführer des Merseburger Unternehmens, macht es anschaulich und nimmt Firmenbesucher mit in eine Feuerlöschzentrale.
„Das machen wir“, sagt er mit einladender Geste. Der Laie sieht ein Geflecht aus roten Rohren, Ventilen und Pumpen. Ohne diese Spezialtechnik geht gar nichts, lässt der 55-Jährige durchblicken. Die 56 Mitarbeiter planen und errichten Feuerlöschanlagen nach deutschen und internationalen Vorschriften.
Neues entsteht
Überall dort, wo Neues entsteht oder umgebaut wird, ist A&F gefragt. Dabei sind die Merseburger breit aufgestellt. Logisch, denn Brandschutz brauchen alle. So ist die Liste der Unternehmen, die auf die Fachkenntnisse von A&F bauen, lang und prominent: Das Fleischwerk Tönnies, die Mitteldeutsche Raffinerie, der Logistiker Kühne und Nagel aus Leipzig, Dow in Schkopau und auch die Kaffeebörse in Hamburg stehen darauf. „So haben wir beispielsweise das Steinkohlenkraftwerk Moorburg in Hamburg komplett mit Feuerlöschtechnik ausgestattet. Das fängt bei den rund 10.000 Sprinklern an, geht über Hunderte Meter an Rohren, die Hydrantenanlage bis hin zur Löschzentrale - eine sehr interessante Arbeit“, schildert Schade, der dort auch die Projektleitung innehatte. Die Kraftwerke Schwarze Pumpe und Boxberg sind ihm ebenso vertraut wie Jänschwalde.
Kaufhallen, Kinos, Schulen und Kindereinrichtungen
Beim Automobilbauer BMW in Leipzig errichteten die Männer zwei neue Anlagen. Doch der Geschäftsführer lenkt auch den Blick auf die kleinere Kunden: Kaufhallen, Kinos, Schulen und Kindereinrichtungen. Erst jüngst habe das Einkaufszentrum „HEP“ in Halle-Bruckdorf eine vollkommen neue Feuerlöschausrüstung erhalten. Etwa 15 größere neue Anlagen entstehen pro Jahr. Im Durchschnitt beläuft sich ihr Wert pro Anlage auf rund eine halbe Million Euro. Weitere 100 werden gewartet.
Eine weitere Spezialität von A &F ist der Bau von Feuerlöschzentralen in festen Containern. Die werden in der Leunaer Werkstatt zusammengebaut und per Tieflader zum Kunden gefahren. (mz)