1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Köthen
  6. >
  7. Köthen: Köthen: Defekt am Hausanschluss

Köthen Köthen: Defekt am Hausanschluss

Von helmut dawal 06.02.2012, 18:25

Köthen/MZ. - "Im Sommer macht die Arbeit Spaß. Aber jetzt, bei diesen Temperaturen, ist das kein Vergnügen." Detlef König war gestern um seinen Job wahrlich nicht zu beneiden. Er stand in einem mehr als einem Meter tiefen Erdloch, das mit Erde und Kies vermengte Wasser reichte ihm fast bis zur Oberkante seiner gelben Gummistiefel. Trotzdem erledigte der Monteur der Köthener Midewa-Niederlassung seine Arbeit. "Wer soll es sonst machen, wenn nicht wir?", bemerkte er.

In der Merziener Straße in Köthen hatte sich gestern morgen Wasser den Weg an die Erdoberfläche gebahnt. Es dauerte nicht lange, da war ein Teil der Fahrbahn in Richtung Merzien vereist. Die Midewa wurde verständigt. Wenig später rückten Vorarbeiter Andreas Vollert und seine Kollegen Kai Reim sowie Detlef König mit Fahrzeugen und diverser Technik an.

Wo liegt die Schadstelle? Diese Frage musste zuerst geklärt werden. "Wir nutzen dafür sogenannte Geräuschlogger", erklärte der Vorarbeiter. Damit sei es möglich, Geräusche zu orten, die auftreten, wenn Wasser aus einem Leck läuft. So konnte der Schaden in Höhe des Hauses Nr. 80 festgestellt werden. "Jetzt müssen wir schauen, was uns unten im Erdreich erwartet", sagte Andreas Vollert.

Kai Reim legte mit dem Mini-Bagger los. Schaufel für Schaufel mit Erdreich beförderte er auf die Pritsche eines Lkws. Detlef König schaute immer wieder in die Tiefe, um den Defekt an der Leitung zu erspähen. Das Ganze zog sich hin. Die Baugrube wurde größer und tiefer, König ließ auch den Presslufthammer rattern, um den Asphalt der Straßendecke aufzubrechen. Schließlich wurde die Havariestelle gesichtet. "Die Verbindung von unserer Hauptleitung bis zum Hausanschluss ist defekt", beschrieb König den Schaden.

Es dauerte bis zum frühen Nachmittag, bis König schließlich in die Baugrube steigen und die eigentliche Reparatur vornehmen konnte. Nachdrückendes Grundwasser und das noch in der Leitung vorhandene Wasser füllten immer wieder das ausgehobene Loch. Die beiden Männer wollten auf die Schmutzwasserpumpe, die in solchen Fällen normalerweise genutzt wird, verzichten. "Der Schlauch friert doch ruckzuck ein", befürchtete Detlef König. Weil die Grube aber partout nicht trocken zu kriegen war, machte Kai Reim die Pumpe startklar. Danach konnte sein Kollege die Verbindung von der 150er-Trinkwasserleitung zum Hausanschluss wieder herstellen.

Für Hausbesitzer Franz Klar war es der starke Frost, der die Leitung hat bersten lassen. "Dagegen ist man machtlos", bemerkte der Rentner und zeigte sich sehr beeindruckt von den Männern, die trotz der klirrenden Kälte ihre Arbeit machten.

Gegen 14.40 Uhr schließlich war die Havarie behoben, sprudelte bei Familie Klar und einigen weiteren Bewohnern, bei denen die Versorgung unterbrochen werden musste, das Wasser.

Einen Rohrbruch, so Andreas Vollert, gab es in der vergangenen Woche auch in der Leopoldstraße. "In der Mehrzahl haben wir derzeit aber mit eingefrorenen Wasserzählern zu tun, die dann ausgetauscht werden müssen", sagte der Vorarbeiter. Er empfiehlt bei diesem starken Frost, die Wasseruhren schützend einzupacken, die Keller frostsicher zu halten und diese dafür unter Umständen auch ein wenig zu beheizen.