Nass-kalter Musikauftritt Nass-kalter Musikauftritt: Aufnahmen unter weinendem Himmel
Wörlitz/MZ. - Regenfälle und frostige Temperaturen am Sonntagmorgen. Keine besonders gute Atmosphäre für Fernsehaufnahmen. Und doch trotzte das Team vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) dem schlechten Wetter und drehte im Wörlitzer Park für die Frühlingssendung "Ja, mai".
Die musikalische Attraktion lieferte Johannes Kalpers, der sich samt Kameramännern und Regisseur über das Wasser gondeln ließ und dabei seine fundierte gesangliche Ausbildung, wenn auch mit einigen Unterbrechungen, beweisen konnte.
Kalpers, der bei den Limburger Domsingknaben seine Liebe zur Musik entdeckte und später Schulmusik und Gesang an der Musikhochschule Karlsruhe studierte, hatte 1999 sein Debüt bei den Salzburger Festspielen. Seither galt er als preisgekrönter Opern-Sänger. Nun probiert er seine Stimme als Pop-Klassiker aus, was sich gerade an seinem aktuellen Album "Musik ist meine Welt" erkennen lässt. Der Auftritt mit seiner eigenen Art von Musik bei der MDR-Sendung ist für ihn nur einer von vielen.
Routiniert - wie ein Profi eben - ließ sich der Künstler von dem nass-kalten Flair am Sonntag nicht beirren, äußerte Worte der Begeisterung über die Landschaft und stieg dann nach kurzer Gesangsprobe in die Gondel. Playback an, Kamera läuft. Mit heiterer Miene sang Kalpers "Du bist mein Himmel auf Erden". Ein erneuter Schauer zwang die Fernseh-Crew wieder zurück an Land. Aber die Nahaufnahmen waren erst einmal im Kasten.
Während einer kurzen Pause konnte sich Johannes Kalpers etwas aufwärmen, um für die nächste Kameraeinstellung wiederum den Seemann zu spielen. Diesmal schipperte er allein auf dem See umher. Und wieder lächelte er voller Enthusiasmus in die Kamera. Das Fernseh-Team zeigte sich zufrieden. Nachdem die Aufnahmen im Freien zu Ende waren, suchte man sich ein trockenes Plätzchen, und der Auftritt des Musikers konnte komplett abgedreht werden. Begleitet von einem achtköpfigen Streichorchester setzte Kalpers seinem Besuch im Dessau-Wörlitzer Gartenreich schließlich die Krone auf.
Für den Künstler war die Arbeit damit erledigt. Das Team vom Mitteldeutschen Rundfunk stand jedoch schon wieder in den Startlöchern in Richtung Mosigkau. In den Gemäuern des dortigen Schlosses wurde ein Teil der Moderation mit Alexandra Klim aufgezeichnet.
Nach den abschließenden Feinarbeiten am zahlreich gesammelten Material kann die Sendung "Ja, mai" endlich über den heimischen Bildschirm flimmern. Wie die Musikredakteurin und Regieassistentin Annett Liebisch informierte, werden dann 14 Künstler auf ihrer Suche nach dem Frühling zu sehen sein, auch wenn sie, wie in Wörlitz, diese schöne Jahreszeit nicht finden konnten.