Wo ist das Publikum? Wo ist das Publikum?: Warum Veranstaltungen auf der Peißnitzbühne bescheiden laufen

Halle (Saale) - Richtig laut - so muss man wohl die Musik der martialischen Band Rammstein hören. Und das konnten rund 60 Fans am Samstag an der Peißnitzbühne auskosten: Im Rahmen des Peißnitz-Kultursommers war der Film des Rammstein-Konzerts 2012 in Paris zu sehen und - natürlich - richtig laut zu hören.
Hallenser sind froh über Kulturangebot auf der Peißnitz
Das Ambiente der Veranstaltung war dagegen eher kuschelig: knapp 300 Stühle blieben leer, die Schlange am Bierstand war superkurz. Viel Platz gab es für die Besucher, die auf dem Freiluftgelände außer am Sitzplatz einen Mund-Nasen-Schutz tragen mussten. Das bunt gemischte Publikum vom Studentenpärchen Nina und Niklas bis hin zum 72-jährigen Rammstein-Fan Jürgen Faust fühlte sich wohl.
„Man kann froh sein, dass es ein solches Angebot gibt, das die Leute mal wieder auf andere Gedanken bringt“, sagte Katja Lattuschke, die eigentlich am Montag beim Rammstein-Konzert in Düsseldorf dabei gewesen wäre - die ausverkaufte Tour wurde jedoch bekanntlich coronabedingt auf 2021 verschoben.
Nicht bekannt genug? Veranstaltung auf der Peißnitz laufen moderat
Einhellige Meinung der Besucher war, dass die Kino- und Konzertreihe auf der Peißnitz einfach zu wenig bekannt ist. „Sonst ist es doch immer richtig voll, wenn hier Konzerte sind“, sagt Besucherin Sindy Montag, die sich mit Freunden den Film anschaute. Die Freunde hätten sich auch gerne das Konzert von Sarah Lesch am Freitag angehört - wenn sie davon gewusst hätten.
Kevin Gläsel, der für den Veranstalter Mawi Concerts am Samstag vor Ort war, notiert sich den Hinweis auf zu wenig Werbung. „Wir erhalten aber auf jeden Fall ein sehr positives Feedback von den Besuchern“, sagt er. Alle Gäste seien froh, dass Kultur angeboten werde. „Und alle sind diszipliniert und halten sich an die Regeln“, lobt er. So dürfen beispielsweise nur drei Personen gleichzeitig in den Toilettencontainer, Markierungen zeigen die Abstandsvorschriften. Unzufrieden ist Pierre Gehrmann, Sprecher der Mawi-Konzertagentur, ebenfalls nicht.
Trotz wenig Profit: Kultursommer soll nicht mit der Kinoreihe enden
„Bei den Gästezahlen verzeichnen wir eine positive Entwicklung“, sagt er. Bei Christina Lesch wurden 160 Besucher gezählt. „Wir wollen zeigen, dass wieder Veranstaltungen stattfinden. Das große Geld machen wir damit nicht“, so Gehrmann. Froh ist die Agentur auch, dass die große Kartenrückgabe-Welle ausgeblieben ist. „Die Tickets für die geplanten Konzerte gelten weiter“, sagt er. Ob Judas Priest, Scooter oder Deep Purple - bei allen Konzerten sei der Kartenverkauf sehr gut gewesen. Nun sind sie erst 2021 zu hören auf der Peißnitzbühne.
Doch Mawi will auch 2020 dran bleiben. Deswegen soll der Kultursommer nicht mit der Kinoreihe enden, sondern den ganzen Sommer weiterlaufen. Ein weiteres Highlight hat der Veranstalter nun für den 14. August gebucht: Die Hamburger Dark Rock band „Mono Inc.“ spielt neben Halle nur noch ein weiteres Konzert in Mönchengladbach. Auch hier gelten die Corona-Beschränkungen: Nur 350 Gäste sind vor der Peißnitzbühne zugelassen.
››Alle Infos unter: peissnitzinsel.com (mz)
