Drohender Handelskrieg Bremer Logistiker fürchtet massive Einbußen durch US-Zölle
Die neue Handelspolitik von US-Präsident Trump treibt auch die Bremer Wirtschaft um. Werden bald weniger Autos exportiert?

Bremen - Der Bremer Seehäfen- und Logistikdienstleister BLG warnt vor drastischen Folgen der angekündigten US-Zölle auf Autoimporte. „Das hätte schon massive Auswirkungen auf die Umschlagmenge“, befürchtet BLG-Chef Matthias Magnor im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Denkbar sei ein Rückgang um 50 Prozent, derzeit sei 30 Prozent des Geschäftsvolumens in Bremerhaven vom US-Markt abhängig.
Der Bremer Hafenlogistiker versucht, sich auf verschiedene Situationen einzustellen. „Wir simulieren im Moment die Auswirkungen in verschiedenen Szenarien und sehen eben zu, dass wir uns möglichst flexibel aufstellen“, kündigte Magnor an. „Gott sei Dank ist die Welt größer als nur die USA“ Neue Handelsrouten könnten helfen, Verluste auszugleichen. Dennoch sei die Situation besorgniserregend.
US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich Zusatzzölle auf alle Autoimporte angekündigt. Die Festsetzung der Zölle wird an diesem Abend deutscher Zeit in Washington erwartet. Experten erwarten, dass Autopreise durch die neuen Zölle der Trump-Regierung in den USA deutlich steigen werden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen möchte rasch mit Trump verhandeln – für den BLG-Chef ein richtiger Schritt: „Diese Verhandlungen müssen auf Augenhöhe geführt werden.“ Wenn es keine Einigung gibt, müsse die EU mit Gegenzöllen reagieren. Doch das birgt Risiken: Mercedes und BMW sind die größte Autoexporteure aus den USA. „Dann würden wir sozusagen der deutschen Autoindustrie da noch mal ins Knie schießen.“
BLG ist mit rund fünf Millionen transportierten Fahrzeugen pro Jahr nach eigenen Angaben einer der führenden Automobillogistiker in Europa. Die Gruppe verschifft Autos vor allem über ihr riesiges Terminal in Bremerhaven, dort werden mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge jährlich umgeschlagen.