Wissenschaft und Kunst Ausstellung in Halle zeigt Handwerkskunst der Anatomie
Ausgewählte Präparate einer renommierten Sammlung in Halle werden der Öffentlichkeit präsentiert. Gezeigt wird filigrane Handwerkskunst. Es geht um Mensch und Tier.

Halle - Die Meckelschen Sammlungen in Halle, eine der nach eigenen Angaben größten anatomischen Sammlungen Europas, würdigen in einer Ausstellung die filigrane Handwerkskunst der Anatomie vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.
Die Schau „Die Kunst der Präparation“ soll am Freitag eröffnet und bis zum 27. Juni in dem Institut für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu sehen sein. Gezeigt werden mehr als 60 Präparate, teilte Kustodin Claudia Steinicke mit.
Kunstvolle Präparate von Mensch und Tier
Im Kern gehe es um unterschiedliche Methoden, mit denen anatomische Präparate angefertigt und dauerhaft aufbewahrt werden können. So seien unter anderem verschiedene Organe zu sehen.
Ausgestellt seien nicht nur anatomische Präparate von Menschen, sondern auch kunstvolle Exponate und Stücke aus der Tierpräparation. „Insbesondere filigrane Korrosionspräparate zur Darstellung der Blutgefäßsysteme von Organen sind kleine Kunstwerke“, sagte Steinicke. Ein Korrosionspräparat entsteht, indem Gefäße oder Hohlräume mit einer aushärtenden Substanz ausgegossen und das Gewebe aufgelöst wird. Es bleibt ein Modell übrig, das dreidimensional betrachtet werden kann.
Die Meckelschen Sammlungen umfassten in ihrer Blütezeit zwischen 12.000 und 16.000 Präparate, aktuell sind es mehr als 8.000, wie es hieß. Gründer ist Johann Friedrich Meckel der Ältere (1724-1774).
Nach dessen Tod ging der Präparatebestand in den Besitz seines Sohnes Philipp Meckel (1755-1803) über. Als dieser nach Halle berufen wurde, kam die Sammlung 1779 von Berlin in die Saalestadt. Ihre Blütezeit erlebte sie unter dessen Sohn, dem wissenschaftlich orientierten Anatomen Johann Friedrich Meckel dem Jüngeren (1781-1833).