Uraufführung in Berlin Theaterstück zeigt Leben zwischen zwei Welten in Nahost
Schauspieler Yousef Sweid wuchs als arabisches Kind einer christlichen Familie in einem jüdischen Umfeld auf. In Berlin erzählt er mit dem Stück „Between the River and the Sea“ nun seine Geschichte.

Berlin - Der als Palästinenser in Israel aufgewachsene Schauspieler und Tänzer Yousef Sweid will mit seinem neuen Stück „Between the River and the Sea“ zu vielschichtigeren Positionen anregen. „Ich spreche Arabisch und Hebräisch, ich habe starke soziale Bindungen zu beiden Welten“, sagte Sweid der Deutschen Presse-Agentur. „Ich trage mehrere Geschichten in mir, und manchmal fühlt es sich so an, als gebe es in der heutigen polarisierten Welt keinen Platz für diese Art von Komplexität.“
Sein Leben sei voller Widersprüche, dies sei heutzutage „radikal und provokativ“. Manchmal fühle er sich mit dieser Haltung allein, sagte der Schauspieler, der zwei jüdisch-arabische Kinder hat.
Als arabisches Kind einer christlichen Familie in jüdischem Umfeld
In dem Stück „Between the River and the Sea“ von Regisseurin und Co-Autorin Isabella Sedlak, dessen Uraufführung am Samstagabend (20.30 Uhr) am Berliner Maxim Gorki Theater geplant ist, will der Künstler sein Leben zwischen den Kulturen erkunden. Seine Solo-Performance soll laut Ankündigung ein „herzliches Plädoyer für das Erzählen ungehörter Geschichten und für das Zuhören“ sein.
Sweid wurde 1976 als Palästinenser in der israelischen Stadt Haifa geboren. Er wuchs als arabisches Kind in einer christlichen Familie in einem jüdischen Umfeld auf. Jahrelang habe er zwischen verschiedenen Welten gelebt, betonte er. Nun wohnt er in Berlin.
Was es mit dem Titel des Theaterstücks auf sich hat
Sein 15-jähriger Sohn habe vor allem nach dem Hamas-Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober angefangen, mehr Fragen zu stellen. „Er beklagte sich, dass in der Schule niemand mit ihm darüber spricht, was passiert. Dieser Moment hat mich tief getroffen - nicht nur wegen des Schweigens, sondern weil ich dachte: Wer kann diesen Kindern eigentlich erklären, was in unserem Heimatland passiert?“
Der Titel des Theaterstücks erinnert an die propalästinensische Parole „From the river to the sea“. Zu der Wahl des Namens sagte der Künstler: „Ich weiß, dass dies einige Leute stört, insbesondere die deutsche Polizei.“ Dennoch spreche man über Menschen, die „zwischen dem Fluss und dem Meer“ lebten.