"Tote fallen fast aus Sarg" Schlaglöcher Kirchstraße in Kirchedlau sollen repariert werden: Bauamt in Könnern verspricht endlich Besserung

Edlau - Fast 30 Zentimeter tiefe Schlaglöcher, in denen das Wasser steht. Es ist unmöglich, die Kirchstraße in Kirchedlau nach den verregneten letzten Tagen trockenen Fußes zu passieren. Ein Zustand, für den Anwohner Karl-Heinz Reisenauer kein Verständnis mehr hat.
„Meine zwölfjährige Enkelin Michelle muss eigentlich Gummistiefel anziehen, um zur Schule zu kommen. Ich kann mein Auto zweimal in der Woche in die Waschanlage fahren. Das geht mir langsam alles auf den Senkel“, schimpft der Pensionär, der seit mehr als 20 Jahren mit seiner Familie in der Kirchstraße wohnt.
Karl-Heinz Reisenauer wandte sich bereits mehrfach an das Bauamt in Könnern
Der Edlauer hat das zuständige Bauamt in Könnern schon mehrere Male auf den katastrophalen Zustand des Feldweges, der als Straße dienen soll, hingewiesen und um Hilfe gebeten. „Passiert ist bisher jedoch leider noch nichts“, so Karl-Heinz Reisenauer, dem die finanziellen Zwänge der Kommune bestens bekannt sind.
Schließlich klafft ein Loch von 3,7 Millionen Euro im Etat der Stadt Könnern. „Zwei Hänger mit Splitt kosten nicht mehr als 100 Euro. Die Summe müsste doch übrig sein, um die Schäden an der Straße auszubessern“, meint Karl-Heinz Reisenauer.
Die Beschwerde des Edlauers ist bei Könnerns Bauamtsleiter Mario Brauns angekommen. „Der Auftrag an den Bauhof, die Straße abzusplitten, ist bereits herausgegangen. Spätestens Ende Januar werden die Schlaglöcher verfüllt sein. Wir hatten jedoch vor Weihnachten akute personelle Probleme und konnten deswegen noch nicht handeln“, verspricht Mario Brauns in naher Zukunft Besserung.
Normalerweise müsste die Kirchstraße in Edlau komplett erneuert werden
Doch die Auffüllung mit Splitt ist nur eine Notvariante. Normalerweise müsste die Kirchstraße in Edlau grundhaft ausgebaut und erneuert werden. Nach der derzeitigen Gesetzeslage würden dann auch die Anwohner zusätzlich zahlen müssen. „Wenn sich die Aufwendungen in Grenzen halten, wäre das kein Problem. Bei den vorhandenen Schlaglöchern fallen die Toten auf dem Weg zum Friedhof fast aus ihrem Sarg. Das muss nun wirklich nicht sein“, sagt Karl-Heinz Reisenauer.
Doch die Kommune kann derzeit nur Projekte umsetzen, die durch finanzielle Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt gedeckelt sind. Die Kirchstraße in Edlau steht in der Prioritätenliste hinsichtlich der Fördermittel nicht an erster Stelle. (mz)