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Martin-Luther-Universität Martin-Luther-Universität in Halle ernennt Andreas Börner zum Außerordentlichen Professor: Ehre für Arbeitsgruppenleiter vom IPK Gatersleben

05.03.2020, 08:56
Andreas Börner wurde von der Martin-Luther-Universität in Halle zum Außerordentlichen Professor ernannt.
Andreas Börner wurde von der Martin-Luther-Universität in Halle zum Außerordentlichen Professor ernannt. Frank Gehrmann

Gatersleben - Nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Lublin (Polen) im Jahr 2019 ist Andreas Börner Anfang 2020 von der Martin-Luther-Universität in Halle zum Außerordentlichen Professor ernannt worden. Die Hochschule würdigt damit sein langjähriges Engagement in der Lehre, aber auch bei der Betreuung von Abschlussarbeiten.

„Diese umfasst bislang die außergewöhnlich hohe Zahl von 15 Doktor-, 33 Diplom- und Master- und 18 Bachelorarbeiten“ betont Klaus Pillen, Professor an der Naturwissenschaftlichen Fakultät III der Universität Halle. Im August 2020 wird Andreas Börner, am IPK Arbeitsgruppen- und Bereichsleiter in der Abteilung Genbank, zudem Präsident der Europäischen Gesellschaft für Züchtungsforschung (Eucarpia).

Lob vom Naturwissenschaftler aus Halle: „Ein international ausgewiesener Kollege”

„Andreas Börner ist ein hervorragender, international ausgewiesener Kollege auf dem Gebiet der Saatgutqualitätsforschung und des Genbank-Managements“, sagte Prof. Dr. Pillen bereits in seiner Laudatio zum Antrag auf die Verleihung der Bezeichnung „Außerordentlicher Professor“ im Juni 2019. Seine akademische Vita zeichne sich dabei „durch eine enorme Schaffenskraft auf hohem internationalen Niveau aus“.

Am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben ist Börner, der 1988 seine Promotion abschloss und 1994 habilitierte, bereits seit fast 35 Jahren tätig. „Ich wollte immer nach Gatersleben und habe den Standort schon als Student bei Exkursionen kennengelernt“, sagt der 60-jährige Wissenschaftler, der von 1980 bis 1985 Agrarwissenschaft in Halle studiert hat.

Andreas Börner arbeitet seit fast 35 Jahren am Institut in Gatersleben

„Dabei hat mich insbesondere die Genbank begeistert.“ Mit ihren rund 150.000 Mustern ist sie eine der größten Sammlungen dieser Art weltweit. „Dort gibt es Sorten, die es heute auf unseren Feldern gar nicht mehr gibt.“ Gerade diese Vielfalt mache den Reiz der Genbank aus. An der eigentlichen Aufgabe habe sich in den vergangenen Jahren derweil nichts geändert. „Damals wie heute geht es um die Erhaltung der Artenvielfalt.“

Allerdings erlaubten neue Methoden mittlerweile tiefere Einblicke. Und diese Erkenntnisse sollen nun für die Züchtung neuer Sorten genutzt werden, die deutlich höhere Erträge bringen, aber auch die Folgen des Klimawandels wie Trockenheit und Hitze besser verkraften.

Die Nachfrage nach Mustern aus der Genbank in Gatersleben ist dabei sehr hoch. „Pro Jahr werden zwischen 20.000 und 25.000 Muster verschickt“, sagt Andreas Börner. Anfragen kommen dabei von Wissenschaftlern, Züchtern, anderen Genbanken, aber auch Privatpersonen.

Es ist viel Arbeit nötig, um die Vielfalt in der Genbank in Gatersleben zu erhalten

Die Vielfalt in der Genbank zu erhalten, ist aber kein Selbstläufer. Zwar bleibt zum Beispiel die Keimfähigkeit vieler Getreidesamen durch die Lagerung bei minus 18 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von sechs bis acht Prozent lange erhalten - aber nicht ewig.

„Deshalb müssen die Muster auch regelmäßig reproduziert werden. Dazu werden jedes Jahr 6.000 bis 8.000 wieder neu angebaut. „Die Keimfähigkeit wird dabei vorher im Labor untersucht.“

Beim Erhalt der Vielfalt gehen Andreas Börner und seine Kollegen auf Nummer sicher. So werden regelmäßig Muster aus Gatersleben in ein Sicherheitsdepot nach Spitzbergen gebracht, tief in den frostigen Felsen. Zuvor werden die Muster unter Vakuum in Aluminiumtüten eingeschweißt. (mz)