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Kommentar zum Angriff auf den Bruder von Comedian Shahak Shapira Beschämender Judenhass

Der Mann, der den Bruder des Comedians Shahak Shapira aus antisemitischen Motiven angegriffen haben soll, steht demnächst vor Gericht. Gut, dass die Justiz in solchen Fällen hart durchgreift.

Von Alexander Schierholz 03.04.2025, 18:00
Antisemitismus zu bekämpfen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, meint unser Kommentator.
Antisemitismus zu bekämpfen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, meint unser Kommentator. (Foto: MZ / Stedtler)

Halle/MZ - Beleidigungen, Drohungen, körperliche Gewalt – der Anstieg judenfeindlicher Straftaten in Deutschland 80 Jahre nach dem Ende der NS-Schreckensherrschaft ist beschämend. Seit dem Angriff der islamistischen Terrorgruppe Hamas auf Israel im Oktober 2023 schnellen die Zahlen antisemitischer Übergriffe nach oben. Der 7. Oktober war ein tiefer Einschnitt für das Leben von Jüdinnen und Juden in Deutschland. Genau wie vor fünf Jahren der Anschlag auf die Synagoge in Halle.

Welche Konsequenzen aber folgen daraus? Jüdische Gotteshäuser werden seitdem strenger von der Polizei bewacht – zu Recht. Um aber das gesellschaftliche Klima zu verändern, in dem Judenhass gedeihen kann, braucht es mehr als Streifenwagen vor Synagogen. Es ist ein Klima, das Vorfälle begünstigt wie den Überfall auf den aus Sachsen-Anhalt stammenden jüdischen Studenten Lahav Shapira.

Shapiras mutmaßlicher Angreifer steht demnächst in Berlin vor Gericht. Es ist gut, dass die Justiz hart durchgreift in solchen Fällen. Es ist ebenso richtig und aller Ehren wert, dass die Politik immer wieder deutlich macht, dass jüdisches Leben fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft ist. Daraus folgt aber auch: Antisemitismus zu bekämpfen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der bevorstehende 80. Jahrestag des Kriegsendes darf als Mahnung dazu verstanden werden.