Handball Handball: Alligators setzen auf Ivan Szabo
ASCHERSLEBEN/MZ. - Der HC Aschersleben will in der Dritten Liga Ost zurück in die Erfolgsspur. Nach vier Niederlagen in Folge - drei in den Punktspielen, eine im DHB-Pokal - finden sich die Alligators derzeit auf Platz 13 wieder. Deshalb kommt der Begegnung gegen Schlusslicht HSG Kleenheim - Anwurf ist 19 Uhr in der Ballhaus-Arena - auch eine besondere Bedeutung zu. Denn hier zählt für die Ascherslebener nur ein Erfolg, um nicht noch tiefer in den Tabellenkeller zu rutschen.
In diesem Spiel baut der HCA wieder auf Ivan Szabo. Der Torwart mit ungarischen Wuzeln war in den bisherigen Partien die einzig wirkliche Konstante bei den Schützlingen von Trainer Ronny Liesche. Er befindet sich in einer bemerkenswerten Form und war mit seinen Paraden der große Rückhalt des Ascherslebener Teams.
"Wir haben schon einige Punkte verschenkt. Deshalb ist ein Sieg gegen Kleenheim Pflicht und ich bin überzeugt, dass wir das schaffen. Dafür habe wir in der Woche gearbeitet", blickt Szabo auf das Spiel am Samstag.
Sein sportlicher Werdegang begann mit neun Jahren in Nagyatád, allerdings nicht im Handballtor, sondern beim Fußball - als Feldspieler. "Ich stand dann aber auch öfter im Tor, weil es Spaß gemacht hat", erinnert er sich. Und als bei den Handballern im Verein ein Torwart gesucht wurde, sprang er ein. So spielte er bis zum 14. Lebensjahr in beiden Mannschaften. "Doch dann musste ich mich entscheiden und ging zum Handball. Die damaligen Spieler sind heute übrigens noch meine besten Freunde. Ich sehe sie allerdings sehr selten." Das gilt auf für seine Eltern. Aber es gibt ja das Internet. "Mindestens einmal in der Woche melde ich mich zu Hause", sagt der 22-Jährige, der sich schon auf den Weihnachtsurlaub bei seiner Familie freut.
Von Nagyatád ging Ivan Szabo dann in das Nachwuchszentrum nach Dunaferr. "Die drei Jahre waren die schönste Zeit. Ich hatte sehr gute Trainer und habe viel gelernt." Er spielte in der ersten A-Jugendliga und gehörte zum A-Jugendnationalkader. Dann folgten zwei Jahre in Österreich bei Sankt Pölten in der zweiten Liga. "Ich wollte eigentlich in Österreich bleiben, doch dann kam das Angebot vom HC Aschersleben und die Möglichkeit, zweite Bundesliga zu spielen. Das war die Chance meines Lebens", erzählt der HC-Torhüter, der in Strenzfeld an der Hochschule Anhalt BWL studiert. "Das Studium ist für mich ganz wichtig." Wie es mit dem Handball weitergeht, scheint dagegen noch offen. "Ich habe natürlich Träume. Doch ich muss mich erst einmal auf die Gegenwart konzentrieren."
Auf seine derzeit sehr guten Leistungen angesprochen, meint Ivan Szabo: "Die Arbeit zahlt sich aus. Zudem spüre ich von allen das Vertrauen." Und das zahlt er zurück, absolviert dafür zusätzliche Einheiten. Ihm kommt auch zugute, dass er im Vorjahr durch das Zweitspielrecht bei Anhalt Bernburg einen Teil der Konkurrenz bereits kennt.
Eine unbekannte Größe ist für ihn und seine Mitspieler jedoch der Gegner HSG Kleenheim. Der Aufsteiger aus Hessen hat erst einen Sieg (zweiter Spieltag in Duderstadt) auf dem Konto. Schon deshalb zählen nur die beiden Siegpunkte. "Es muss ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Wir wissen, was wir können und müssen das auch abrufen", fordert Co-Trainer Frank Seifert, der auch weiß, dass sich die Alligators keine Schwächephasen im Spiel mehr leisten sollten.
Trainer Ronny Liesche will deshalb auch auf dem Parkett Präsenz zeigen und Verantwortung übernehmen. Zudem will die Mannschaft ihrem Co-Trainer mit einem Erfolg ein Extra-Geburtstagsgeschenk bereiten.