Billard Billard : Matthias Raulf - Meister von morgen?
aschersleben/MZ - Vor einem Jahr noch ohne Sportverein im Jugendzentrum, heute am Start bei den Deutschen Jugendmeisterschaften. Wie schnell ein sportlicher Aufstieg gehen kann, zeigt das Beispiel des 16-jährigen Matthias Raulf vom Poolbillardclub Break- On (PBC) aus Aschersleben.
Den Nachwuchsspieler griff der PBC bei einer Schnupperstunde im Jugendclub „Wassertormühle“ auf - das war vor 18 Monaten. „Vorher habe ich ein bisschen Fußball gespielt“, so der Neuling, „aber beim Billard braucht man viel mehr Konzentration und muss hart arbeiten, um erfolgreich zu sein.“ Anfang April war es dann soweit - die Früchte der harten Arbeit schienen reif zu sein: In seiner ersten richtigen Spielbetriebssaison ging Matthias Raulf, der sonst mit den Ascherslebener Herren (erste Mannschaft) in der Verbandsliga spielt, gleich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bad Wildungen an den Start.
Den Zehnklässler hatte in den vergangenen Monaten das „Billardfieber“ gepackt, so bezeichnete der Vereinsvorsitzende, Thomas Haberlah, den ungebrochenen Trainingswillen seines Schützlings. Für Sachsen-Anhalt war das Ascherslebener Talent einer von zwei Startern, denn in der A-Jugend ging mit Hendrik Brehmer vom BSC Rotation Halberstadt noch ein U-19-Spieler an den Tisch. Vier Disziplinen galt es für die beiden Nachwuchstalente zu bewältigen - in einem großen Wettbewerb: Fünf Turniertage wurden an 33 Billardtischen zur Zerreißprobe, Konzentration und Taktik stets abgefordert.
Mittelfeldplatz schon ein Erfolg
Nach getaner Pflicht wirkte Thomas Haberlah erleichtert: „Meiner Meinung nach haben sich beide Sportler sehr gut verkauft“, meinte er, „unser Ziel, im Mittelfeld zu landen, haben wir ganz gut erfüllt.“ Für seinen Schützling Matthias Raulf war das Abenteuer im Viertelfinale vorbei. Dieses hatte er in der Disziplin „8-Ball“ erreicht und traf dort auf keinen Geringeren als Joshua Filler. Dessen Trophäenschrank ist einer der landesweit am besten gefüllten.
In den Vorjahren brillierte Filler mit insgesamt sieben Deutschen Meister- und sogar zwei Europameistertiteln. Haberlah stellte klar: „Unser Spieler hat in diesem Match nicht den Hauch einer Chance gehabt.“ Ob Matthias Raulf hätte gegen diesen Gegner punkten können? „Auf keinen Fall“, meinte er selbst, „da war so viel Erfahrung beim Gegner. Der spielt schon seit sieben oder acht Jahren.“ Und nicht eben erst seit 18 Monaten. Schließlich stand für den Ascherslebener ein guter fünfter Platz im 8-Ball sowie ein neunter Platz (Achtelfinale) im „14/1 endlos“ zu Buche.
Und das nach so kurzer Zeit in dieser Sportart und gegen eine Konkurrenz, die in jedem Falle mehr Spielpraxis aufzuweisen hatte. „Wichtig sind die Erfahrungen und Erkenntnisse, die er aus diesem Match gezogen hat“, so der Vereinsvorsitzende, „die werden ihm sicher bei der Vorbereitung auf die nächste Meisterschaft helfen. Auch wir als Verein sind um eine Erfahrung reicher. Wir werden weiterhin zusammen an unserem sportlichen Erfolg arbeiten und unseren Matze in allen Belangen tatkräftig unterstützen.“
Meisterlicher Zukunftstraum
Und was wären diese Belange? Matthias Raulf formulierte seinen sportlichen Traum so: „Ich möchte auch einmal Deutscher Meister werden, aber dann auch bei den Männern.“ Dass er dafür hart arbeiten muss, ist dem 16-Jährigen klar. Man bekommt in dieser Sportart schließlich nichts geschenkt. Schon gar nicht in einer so kurzen Zeit - da ist Spielpraxis Gold wert. „Bald ist dann das Pfingstturnier unseres Vereins“, freut sich der Schüler, „und der Ligabetrieb geht dann auch weiter. Der April ist bei mir ziemlich ausgebucht.“ Doch das muss man in Kauf nehmen, wenn man ganz nach oben möchte. Für den PBC Break-On Aschersleben ist ihr Nachwuchsspieler schon so etwas wie ein kleines Sportwunder.