Billard Billard: Die Kunst am Tisch
Aschersleben/MZ. - Wenn es um die Kunst und Philosophie des Billard-Sports geht, so hat Thomas Haberlah als einer der Übungsleiter des Ascherslebener Vereins "Break-on" genaue Vorstellungen: "Billard erlernt man nicht von einem Tag auf den anderen. Man braucht einen guten Trainer, viel Geduld und eine Menge Fleiß."
Dass der Sport am langen Tisch schon längst keine Kneipenbeschäftigung mehr ist - und es wahrscheinlich auch nie war - sieht man auch bei den Turnieren und Ligaspielen der Ascherslebener. "Auf dem ganz hohen Niveau ist das noch ein bisschen anders", so Haberlah, "irgendwann sind Technik und Spielniveau gleich und es entscheiden mentale Fähigkeiten über Sieg und Niederlage."
Eingeschworene Truppe mit Talent
Der Poolbillard-Club "Break-on"- das sind 15 eingeschworene Spieler, die in der Verbands- und Landesliga mit jeweils einem Team an den Start gehen. Zwei Mal in der Woche wird dafür im Billard-Café in der Eislebener Straße trainiert.
Vier Varianten des Billard-Spielens (8-Ball, 9-Ball, 10-Ball und die Variante 14-1 open end) werden dabei praktiziert und im Ligabetrieb eingesetzt. Der Mannschaftskapitän - auf Seiten der Ascherslebener ist es Hagen Abromeit - entscheidet über die jeweilige Spielvariante. Auch bei der Auswahl spielt die taktische Komponente eines Teams schon eine Rolle.
Der größte Erfolg des Clubs in den letzten Jahren macht aber wohl die Entdeckung des Nachwuchstalents Matthias Raulf aus. "Damals engagierten wir uns im Jugendclub am Wasserturm und zeigten den Jugendlichen dort Billard", erinnert sich Thomas Haberlah, "nun ist er der beste B-Jugend-Spieler Sachsen-Anhalts."
In den eineinhalb Jahren bei "Break-on" durchlief das Talent eine herausragende Entwicklung, gewann schnell Bezirksmeisterschaften und belegte beim Weihnachtsturnier in Ballenstedt gemeinsam mit Teamkapitän Hagen Abromeit den Bestplatz. Verdientermaßen geht es für Matthias Raulf daher Anfang April zur Deutschen Meisterschaft nach Bad Wildungen.
Größter Wunsch
Trotz dieses Erfolges ist der Poolbillard-Club weiterhin offen für neue Spieler - und stellt optimistische Ziele in Aussicht. Größter Wunsch der Gruppe ist ein eigenes Vereinsheim, doch dafür fehlt noch das Geld für Miete, Tische und Spielgerät.
Derzeit profitiert der Verein von einer Partnerschaft mit dem örtlichen Billard-Café, welches dem PBC insgesamt sechs Stunden des Wochenendes als Trainingszeit zur Verfügung stellt. Da könnte ein Wachstum der Trainingsgruppe nicht hinderlich sein - genügend Platz ist da. "Wir möchten in erster Linie den Nachwuchs für unseren Sport begeistern", so Haberlah, "Kinder lernen schneller."
Der 36-Jährige betont jedoch, dass Interessenten jeder Altersgruppe jederzeit gern zu einem Probetraining gesehen sind. "Ich habe damals selbst in Berlin angefangen mit dem Billardspielen", erinnert sich der studierte Ingenieur für Verfahrenstechnik, "damals bei einem Bundestrainer. Daher kann ich jedem weiterhelfen, der zum Training kommt. Wer zu uns kommt, wird ein guter Spieler." So geschah es schließlich auch bei Matthias Raulf. Auch er hat die Kunst und Philosophie des Billard-Sports gelernt und verstanden. Und ist nun damit auf Bundesebene erfolgreich.