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Der Gentleman unter den Farmern Warum ein Landwirt aus der Börde auf bedrohte Haustierrassen setzt

Der „Gentleman Farmer“ Hans-Günter Kontzog züchtet auf seinem Hof vom Aussterben bedrohte Haustierrassen. Seine Philosophie ist die Antithese zu Massentierhaltung und Schlachtfabriken.

Von Friedemann Kahl 04.07.2021, 08:00
Hans-Günter Kontzog umringt von seinen Schwalbenbäuchigen Wollschweinen. Er ist einer der wenigen Landwirte in Deutschland, der diese Rasse züchtet.
Hans-Günter Kontzog umringt von seinen Schwalbenbäuchigen Wollschweinen. Er ist einer der wenigen Landwirte in Deutschland, der diese Rasse züchtet. (Fotos: Andreas Stedtler)

Der König ist in seiner Ehre gekränkt. Die rote Krone hängt ihm wie ein nasser Lappen auf dem Kopf. Das weiße Gewand gleicht einem Lumpensack. Der einst stolze Bresse Gauloise Hahn hat sich in eine Ecke des Schweinestalls zurückgezogen. Hans-Günter Kontzog schaut seinen Zuchthahn mitleidig an: „Erst hatte ich überlegt, ihn zu erlösen. Aber nun erholt er sich langsam von dem Angriff.“ 20 Hühner und ein Brutpaar Gänse hat es erwischt. Der Hahn hat überlebt - ihm konnte der Fuchs nur etliche Federn und seinen Stolz entreißen. Auch das Schicksal von Freilandhühnern kann hart sein.