Sachsen-Anhalt Kommentar zu Handyverboten an Schulen: Geräte gehören nicht in den Unterricht
Immer mehr Schulen in Sachsen-Anhalt verbieten Handys. Gut so, kommentiert MZ-Redakteur Jan Schumann. Die Geräte gehören nicht in den Unterricht.

Magdeburg/MZ - Immer mehr Schulen in Sachsen-Anhalt entscheiden sich für strikte Handyverbote. 151 Bildungseinrichtungen im Land gehen bereits diesen Weg, 200 haben zumindest einschränkende Regeln zur Handynutzung. Richtig so: Handys lenken nicht nur ab und hindern Schüler an der Konzentration – sie werden schlimmstenfalls auch für Mobbingaktionen eingesetzt und dienen Schülern beim Spicken.
Ist es nicht Zeit für ein landesweites Handyverbot an allen Schulen? Begründbar wäre solch ein Gesetz: Alle Argumente für ein Pauschalverbot liegen auf dem Tisch. Staaten wie Italien, Frankreich und Großbritannien haben solche Regeln bereits erlassen – oder sie planen es zumindest.
Gut, dass immer mehr Schulleitungen reagieren
Das ist auch logisch. Die meisten Eltern wollen nicht, dass ihre Kinder viel Zeit am Smartphone verbringen – warum sollten Handys dann ausgerechnet an Schulen erlaubt sein, wo Konzentration gefragt ist?
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Das Schwierige am Handyverbot ist eher der praktische Teil: Wo sollen abgegebene Handys in der Schule aufbewahrt werden? Wer passt darauf auf, wer haftet? Nicht alles kann und muss man mit Gesetzen regeln, zumal jede Schule im Land andere Gegebenheiten hat – angefangen bei der Zahl der Kinder. Gut also, dass die Landesregierung in dieser Frage freie Hand lässt. Gut ist es aber vor allem, dass viele Schulleitungen nun selbst handeln und Handys aus dem Unterricht verbannen.