Kommentar zu Magdeburgs Poller-Plänen Für die Toten kommt das zu spät
Nach dem Breitscheidplatz kannte jeder Verantwortliche die Gefahr durch Fahrzeug-Anschläge. Dass Magdeburg erst jetzt reagiert, ist bitter für alle Anschlagsopfer.

Magdeburg/MZ - Für die Menschen in Magdeburg hat diese Nachricht einen sehr bitteren Nachgeschmack: Noch im April will die Landeshauptstadt damit beginnen, den Alten Markt mit wuchtigen Pollern gegen Attacken zu sichern. Das ist, ohne dass die Rathausspitze das ausspricht, natürlich das Eingeständnis eines Versagens.
Sechs Menschen sind gestorben und Hunderte wurden traumatisiert, weil die gute Stube der Stadt, der Platz vor dem Rathaus, absolut unzureichend gesichert war – gegen ein Risiko, das seit dem Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz jedermann kannte.
Auch künftig wollen Menschen feiern
Jetzt will die Stadt es besser machen. Das ist zwingend notwendig, weil der Alte Markt auch künftig für die Zusammenkunft großer Menschenmengen zur Verfügung stehen muss. Zur Feier von sportlichen Siegen, für politische Kundgebungen und natürlich auch für den Weihnachtsmarkt wird der Platz gebraucht.
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Einige Menschen werden Menschenmengen künftig gänzlich meiden. Die aber, die sich das fröhliche Zusammensein mit anderen Menschen nicht nehmen lassen wollen, haben ein Anrecht darauf, dass die Behörden Fehler wie beim Weihnachtsmarkt nicht wiederholen. Die Stadt muss ihr Bestes geben, um Vertrauen zurückzugewinnen.
Für die Getöteten freilich und für die vielen an Körper und Seele Verletzten kommt all das zu spät.