Weida-Land Weida-Land: Wunschzettel für den neuen Verbandsgemeindebürgermeister

Nemsdorf-Göhrendorf - Geld, Geld, Geld: Die Sicherung der Finanzlage in der Verbandsgemeinde Weida-Land ist für die Bürgermeister der Mitgliedskommunen ein, wenn nicht überhaupt der Schwerpunkt schlechthin für den künftigen Bürgermeister Kay-Uwe Böttcher (CDU). Der 53-Jährige hatte sich bei der Wahl am Wochenende klar gegen seinen parteilosen Mitbewerber Jörg Petzky aus Schraplau durchgesetzt. Er wird im Januar Amtsinhaberin Roswitha Meyer (parteilos) ablösen, die in den Ruhestand geht.
"Er ist der richtige Mann"
„Ich stimme mit ihm zu einhundert Prozent überein“, sagte etwa Farnstädts Ortschef Frank Mylich (parteilos) einen Tag nach der Wahl Böttchers. Soll heißen: Es geht, wie auch in Böttchers erster Reaktion am Sonntag deutlich wurde, in den kommenden Jahren um den Erhalt der Eigenständigkeit der Kommunen und um „einen ordentlichen Haushalt“, so Mylich. „Das klingt zwar langweilig, aber ohne Finanzen geht gar nichts.“ Böttcher übernehme eine funktionierende Verwaltung, sagte Mylich - da habe der Neue aus seiner Sicht keine Baustelle. Und er sei sicher, dass auch der CDU-Mann gebetsmühlenartig in Magdeburg vorstellig werden wird, um beim Land Probleme anzusprechen. „Er ist der richtige Mann an der richtigen Stelle.“
"Gleiche unter Gleichen"
Er sei optimistisch, dass der erfahrene Kommunalpolitiker - Böttcher ist seit 1994 ehrenamtlich Obhausener Bürgermeister - reibungslos übernehmen könne, sagte Barnstädts Bürgermeister Otto Weber (parteilos). Unterstützung erhoffe er sich zum Beispiel bei der Beantragung von Fördermitteln, die sich immer schwieriger gestalte. „Das hat Frau Meyer hervorragend getan.“ Barnstädt würde gern noch in Fußwege und Straßenbau investieren. Ähnlich äußerte sich Nemsdorf-Göhrendorfs Ortschef Jürgen Reh (parteilos) - Investitionsbedarf gebe es etwa am Bachbett und auf dem Saal. Und: „Ich erwarte, dass er die Politik von Frau Meyer so fortsetzt. Und dass alle Kommunen Gleiche unter Gleichen sind“, fügte Reh an. Ein Wunsch, der immer wieder geteilt wird. „So haben wir mehr Gestaltungsmöglichkeiten“, sagt auch Schraplaus Bürgermeister Frank Birke (CDU).
Möglicherweise, so der Nemsdorf-Göhrendorfer Bürgermeister Reh, komme auf den neuen Verbandsgemeindechef irgendwann zudem noch eine andere Aufgabe zu: die Zusammenlegung von Feuerwehren. Das sei nicht nur eine Frage der Finanzen, sondern auch der künftigen Absicherung der Einsatzbereitschaft.
Kifög sei "ein großes Problem"
Engagiert die Interessen der Gemeinden gegenüber dem Land in Sachen Kinderförderungsgesetz zu verfolgen: Das hat Böttcher angekündigt - und darin sieht unter anderen Steigras alter und neuer Bürgermeister Walter Wrede einen Schwerpunkt. Das Kifög sei „ein großes Problem“, sagte er. Unter anderem deshalb war das Defizit in den Kindertagesstätten der Verbandsgemeinde zuletzt gestiegen und die Umlage der Kommunen für die VG erhöht worden. Auch Wrede wünscht sich im Übrigen, Böttcher möge „genau so weiter machen wie Frau Meyer“.
Schraplaus Bürgermeister Frank Birke (CDU) hofft auf weitere Untertsützung der Verbandsgemeinde - unter anderem für das Bad. Und darauf, dass die Umlagen für die Kommunen nicht allzu hoch werden. Das freilich liegt vor allem am Land. Aber Böttcher sei auch gewählt worden, „weil er durchsetzungsstark ist“, glaubt Birke. (mz)




