«Saale-Quilterinnen» «Saale-Quilterinnen»: Patchwork-Decken als Geschenk für Frühchen
Halle/dpa. - Dazu gibt es zwei Briefe - einen an das Baby und einen an seineEltern. «Wir verschenken die Decken an Frühchen, weil sie in einergewissen Not sind und um ihnen und ihren Eltern die schwierige Zeitein bisschen zu verschönern», sagt Grit Weigmann. Sie ist eine vonzwölf Frauen, die sich im Jahr 2002 in Halle zu einer Patchwork-Gruppe unter dem Namen «Saale-Quilterinnen» zusammengeschlossenhaben. Ein Quilt (to quilt = steppen) ist eine vielseitig verwendbareDecke, die meist aus drei Lagen besteht.
Die Mitglieder der Gruppe, zwischen 37 und 72 Jahren alt, hättenihr kreatives Hobby von Anfang an mit einem sozialen Zweck verbunden,erzählte Weigmann. Die bunten Flicken-Decken, die mindestens 50Zentimeter im Quadrat groß sind, verschenken sie an dieFrühgeborenen-Stationen im Krankenhaus St. Elisabeth St. Barbara inHalle und des Universitätsklinikums. Nach eigenen Angaben sind die«Saale-Quilterinnen» die bislang einzige Gruppe im OstenDeutschlands, die dieses Geschenkprojekt betreibt.
«Die Idee stammt aus den USA und wurde nach Europa getragen»,erzählt Weigmann. Eine der «Saale-Quilterinnen» habe den Kontakt zueiner Patchwork-Gruppe in Wien hergestellt, dann hätten die Frauen inHalle beschlossen, auch nach diesem Vorbild zu arbeiten. ÄhnlicheGruppen gebe es in Köln, Bonn, Hannover, Leverkusen und Datteln(Nordrhein-Westfalen). Bundesweit seien bisher rund 1000 Patchwork-Decken an Frühchen verschenkt worden, 50 davon in Halle.
Genäht werde für Babys, die mit einem Gewicht von weniger als 1500Gramm zu früh geboren werden. Die «Saale-Quilterinnen», zu denen eineÄrztin, Büroangestellte und Rentnerinnen gehören, brauchten zwischenacht und zehn Stunden für eine Decke. Verarbeitet werden bei diesertextilen Technik Flicken von alten und neuen Stoffen. «Diekünstlerisch gestalteten Decken schaffen in dem weißen Stationsalltageine freundliche Atmosphäre», sagt Ulla Lieser, Leitende Oberärztinder Frühgeborenen-Station im Universitätsklinikum. Das Pflegepersonalverteile die Decken an die Frühchen, wenn sie in einem stabilerenZustand seien. Zwischen zehn und fünfzehn Wochen würden diese Babysdort medizinisch versorgt, rund 60 Frühchen betreue die Station imJahr.