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Neue Trends vorgestellt Neue Trends vorgestellt: Erstes mitteldeutsches Plüschtierfestival in Bad Kösen

Von Thomas Schöne 24.11.2015, 08:01
Der Gelenkbär «Charlotte»
Der Gelenkbär «Charlotte» dpa Lizenz

Bad Kösen - Eigentlich haben Computerspiele die Macht in den Kinderzimmern übernommen. Ist das klassische Spielzeug am Ende? „Nein. Der Teddybär ist noch lange nicht tot“, sagt der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (Nürnberg), Ulrich Brobeil. Plüschtiere begeistern über starke Emotionen. Brobeil räumt ein, dass es bis 2009 magere Jahre gab. „Aber danach ging es für das traditionelle Spielzeug bergauf, mit Zuwachsraten von jährlich acht Prozent. Davon profitierte auch die Plüschtierindustrie“, sagt der Geschäftsführer.

Der Bär ist in Bad Kösen los

In Bad Kösen ist am ersten Adventswochenende der Bär los. Den kuschligen Plüschtieren widmet die „Kösener Spielzeug Manufaktur GmbH“ (Burgenlandkreis) einen eigenen Auftritt. Das „1. Mitteldeutsche Teddybären- und Plüschtierfestival“ erwartet am 28./29. November rund 2.000 Besucher, darunter viele aus England. „Die Insel ist ein großer Markt für Plüschtiere“, sagt Sprecher Helmut Schache. „Wenn es gut läuft, soll das Festival jährlich veranstaltet und damit zur Tradition werden.“

Auf der zweitägigen Veranstaltung zeigen 15 Teddybärenkünstler aus ganz Deutschland und Belgien ihre Plüschtierkreationen. „Das ist nicht nur etwas für Liebhaber und Sammler, sondern lässt mit Sicherheit auch Kinderaugen glänzen. Und Weihnachten steht ja auch vor der Tür“, sagt Schache.

Die Veranstalter möchten die Welt der Plüschtiere einem breiten Publikum präsentieren. Dazu gehört auch die Möglichkeit, sein eigenes Plüschtier zu basteln. Damit es für die Kinder nicht allzu schwer wird, werden spezielle Bastelsätze angeboten. Rundgänge durch die „gläserne Manufaktur“ und das betriebseigene Plüschtiermuseum geben Jung und Alt Einblicke in den Produktionsablauf und die Geschichte der Kösener Firma. Im ersten Jahr nach der Eröffnung des Museums kamen nach Unternehmensangaben rund 31.000 Besucher.

Puppen und Plüschtiere haben in Bad Kösen Tradition. Die Puppengestalterin Käthe Kruse (1883-1968) produzierte hier von 1912 bis 1949 ihre weltberühmten Puppen. In der DDR wurden am Standort zunächst auch weiter Puppen hergestellt, nach einigen Jahren konzentrierte sich das Werk bis zur Wende auf die Produktion von Plüschtieren. Die Familie Schache übernahm 1992 den Betrieb.

Derzeit stellen hier 39 Mitarbeiter jährlich rund 80.000 Plüschtiere her. „Insgesamt sind rund 500 verschiedene Modelle im Angebot. Sie sind weltweit gefragt, unser Hauptexportziel mit 30 Prozent ist Japan“, erläutert Geschäftsführerin Constanze Schache. Allein zehn verschiedene Sorten Teddybären würden produziert. Beliebt seien aber auch Katzen, Esel, Mäuse und Vögel.

Der Serienfertigung der Produkte geht eine wochenlange Planungs- und Entwicklungsphase voraus. „Nach den Naturstudien wird ein erstes Modell in Ton angefertigt und die einzelnen Schritte der Produktion geplant“, sagt Designerin Annette Rauch. „Besonders aufwendig war das Modell eines Nasenbären.“ Als Lohn der Mühe freut sich Rauch über die Reaktionen der Kunden. „Die sagen, „Das sieht ja wie echt aus!““ (dpa)

Neben zwei Teddybären aus den 1980er Jahren steht die Geschäftsführerin der Kösener Spielzeug Manufaktur, Constanze Schache, im betriebseigenen Plüschtiermuseum in Bad Kösen.
Neben zwei Teddybären aus den 1980er Jahren steht die Geschäftsführerin der Kösener Spielzeug Manufaktur, Constanze Schache, im betriebseigenen Plüschtiermuseum in Bad Kösen.
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Eine Mitarbeiterin der Kösener Spielzeug Manufaktur kämmt einen Plüsch-Igel in der Werkstatt in Bad Kösen.
Eine Mitarbeiterin der Kösener Spielzeug Manufaktur kämmt einen Plüsch-Igel in der Werkstatt in Bad Kösen.
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