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Volleyball Volleyball: Sprüche verlieren ihre Wirkung

Von thomas tominski 05.12.2011, 18:07

wittenberg/MZ. - "Ich ziehe das jetzt durch", sagt Trainer Ulf Jonas, der weiß, dass seine Aussage nach Durchhalteparole klingt. Nach der sechsten Saisonniederlage ist dem Coach der Regionalliga-Volleyballer des MTV Wittenberg die Lust vergangen, sich ständig die gleichen Statements anzuhören. "Meine Schützlinge erzählen mir immer, dass sie Spaß am Volleyball haben wollen. Doch Spaß sieht anders aus." Die 1:3-Niederlage beim VC Potsdam-Waldstadt (27:29, 25:22, 30:32, 21:25) habe zudem gezeigt, dass dem amtierenden Vizemeister der Teamgeist fehlt. Auf dem Parkett, nach dem Schlusspfiff. "Früher haben wir die Niederlage direkt nach dem Match noch ausgewertet", erzählt Jonas. In Potsdam hat sich die Mannschaft sprichwörtlich in Luft aufgelöst. "Ich habe noch die Autos wegfahren hören", meint er etwas deprimiert. Trotz aller Negativpunkte hat sich der Coach entschlossen, die Regionalliga-Volleyballer bis zum Ende der Serie zu betreuen. "Einige Spieler haben die Saison schon abgehakt. Ich noch nicht", sagt er kämpferisch und hofft auf bessere Zeiten.

Beim VC Potsdam-Waldstadt kommt das MTV-Sextett am Sonntag gut aus den Startlöchern und hat Mitte des ersten Durchgangs sogar die Nase vorn (17:16). Arwed Eilitz, der für Thomas Mellin auf die Mittelblocker-Position rückt, kauft den gegnerischen Angreifern mehrfach den Schneid ab, beim Stand von 25:24 haben die Gäste ihren ersten Satzball. Doch dieser landet, wie kurz darauf der zweite, im Netz. Potsdam-Waldstadt nutzt diese Fehler konsequent aus und gewinnt 29:27.

In der Pause redet Jonas seine Truppe stark. Diese Worte fallen sofort auf fruchtbaren Boden. Der MTV geht 12:9 in Führung und lässt sich nicht mehr von der Siegerstraße drängen. Block und Angriff zeigen gehobenes Regionalliga-Niveau - der Ausgleich ist geschafft. "Zu diesem Zeitpunkt war ich mir ziemlich sicher, dass wir die Partie 3:1 gewinnen", meint Jonas im Nachgang. Der dritte Durchgang wird zum Volleyball-Spektakel. Kein Team kann sich entscheidend absetzen (13:10, 18:18). In der Schlussphase hat der MTV wieder zwei Satzbälle. Den ersten Aufschlag knallt Tobias Seiffert ins Netz, den zweiten Arwed Eilitz. "In so einer entscheidenden Phase muss man den Ball übers Netz bekommen", ärgert sich der Trainer über die vergebene Möglichkeit, den Bock umzustoßen.

Den Verlust den vierten Satzes nimmt der 43-Jährige auf seine Kappe. "Ich wollte mehr Durchschlagskraft im Angriff", meint er und betont, dass im Endeffekt der Schuss nach hinten los gegangen ist. Kapitän Mario Mollenhauer nimmt auf der Reserveplatz Bank, Sebastian Kluge übernimmt dessen Position. Neuzugang Christian Brückmann bekommt die Chance, sich im Diagonalangriff zu beweisen. Jonas erkennt schnell, dass er mit dieser Maßnahme nur Unruhe in der Mannschaft stiftet und macht kurze Zeit später alle Veränderungen wieder rückgängig. Der zweite Fehler! "Das Team war jetzt völlig verunsichert. Wir standen kurz vor einem Wechselfehler." Trotz des ganzen Tohuwabohu gelingt es dem MTV noch irgendwie, diese Partie ordentlich zu Ende zu spielen. Nach 117 Minuten ist die Leidenszeit vorbei.

Potsdam-Waldstadt feiert den fünften Saisonsieg und bleibt Tabellenvierter. Wittenberg geht zum sechsten Mal in dieser Serie als Verlierer vom Parkett und rutscht vom siebenten auf den achten Rang ab. Hinter dem MTV befinden sich noch Netzhopper Königs-Wusterhausen II (ebenfalls 6:12 Punkte) und der Besitzer der roten Laterne, SV Energie Cottbus (2:16).

Die nächste Chance, ihre Fans zu versöhnen, haben die Lutherstädter am Sonntag um 15 Uhr. Der USV Potsdam (6., 8:10) gastiert zum Rückrundenstart in der Stadthalle. Im Hinspiel zogen die Jonas-Schützlinge 1:3 den Kürzeren.