Volleyball Volleyball: Regionalligist MTV Wittenberg schlägt Vorwärts Berlin II knapp 3:2.

Wittenberg - Als Mario Mollenhauer den letzten Ball in der gegnerischen Hälfte versenkt, spürt Trainer Ulf Jonas wie ihm ein Stein vom Herzen fällt. „Wir haben gegen den Tabellenletzten einen Punkt verschenkt“, meint der 48-Jährige, der noch Minuten nach dem Abpfiff nach der passenden Erklärung für „den vergeigten vierten Satz“ sucht.
„Die Mannschaft hat nach dem Sieg zwar ein Tänzchen aufs Parkett gelegt, doch zufrieden sind die Spieler mit ihren Leistungen nicht gewesen“, betont der Coach. Fakt ist: Die Regionalliga-Volleyballer des MTV Wittenberg haben am Sonnabend in der Stadthalle Schlusslicht Vorwärts Berlin II 3:2 (21:25, 25:20, 25:19, 22:25, 15:12) geschlagen und sich auf den sechsten Tabellenplatz verbessert (18 Punkte).
Vom Klassenerhalt will Jonas dennoch nicht sprechen. „Wir müssen in der Rückrunde noch zwei, drei Erfolge einfahren. Die Tabelle ist nicht ganz aussagekräftig. Denn einige Teams müssen noch Nachholspiele bestreiten.“ Trotz vieler Kritikpunkte hebt der Trainer einen Akteur besonders hervor.
Mario Mollenhauer (45 Jahre) habe spektakuläre Aktionen in Annahme und Angriff gezeigt, seine Teamkollegen mitgerissen und sich die Auszeichnung „Wertvollster Spieler“ der Partie völlig verdient.
Schlusslicht setzt Akzente
Die Drittliga-Reserve aus der Hauptstadt hält von der ersten Minute an überraschend gut mit und setzt durch Angreifer Phillip Stadie die entscheidenden Akzente (9:8). „Den haben wir nie in den Griff bekommen“, blickt Jonas zurück.
Der erste Satz verläuft bis zur Schlussphase weiter auf Augenhöhe (15:15, 18:17). Dann leisten sich die Hausherren viele Fehler im Angriff. „Wir haben die Bälle sehr unpräzise verschlagen“, drückt der 48-Jährige den Finger auf die Wunde. Die Vorwärts-Reserve nutzt diesen Vorteil und geht 1:0 in Führung.
Nach dem Wechsel benötigen die Wittenberger etwas Zeit, um richtig in Schwung zu kommen (8:10, 12:12). Mit der Einwechslung von Sebastian Kluge zieht mehr Sicherheit in die Aktionen des MTV ein (21:19). Das 25:20 bezeichnet Jonas als klares Ergebnis.
Der Coach verstärkt den Angriff und stellt Daniel Graupner mit aufs Parkett (7:8, 15:14). Doch die Berliner lassen sich einfach nicht abschütteln und setzen Stadie immer wieder gut in Szene. In der Endphase spielt der MTV seine ganze Routine aus und macht mit ein paar sehr schönen Kombinationen alles klar. „Ich dachte, jetzt ist der Knoten endlich geplatzt“, meint Jonas, der sich im vierten Satz eines Besseren belehren lassen muss.
Berlin II ist hellwach, hat 7:3 die Nase vorn und lässt sich nicht von der Siegerstraße drängen (18:16). „Die Angreifer haben oft die falsche Entscheidung in Sachen Pass-Wahl getroffen“, betont er.
Spannender Tie-Break
Der fünfte Durchgang verläuft lange auf des Messers Schneide. Der MTV führt zur Pause 8:7, bleibt weiter vorn, doch ein Ruhekissen ist ein 10:8 oder 12:10 nicht. „Am Ende haben Kraft und individuelle Klasse den Ausschlag gegeben, wer als Sieger vom Parkett marschiert. Es war ein Tie-Break mit allen Höhen und Tiefen“, fasst Jonas den Durchgang zusammen. Die Stärke des MTV sei zudem die besser besetzte Auswechselbank gewesen.
Über Schwachstellen spricht der 48-Jährige auch. Die Mannschaft muss endlich anfangen, mehr zusammen zu trainieren. Was Wittenberg fehlt, ist Kontinuität. Die Aufstellungen wechseln ständig, jeder Akteur muss sich permanent auf neue Situationen einstellen. Trotz aller Defizite ist es dem Team jedoch gelungen, die gefährdete Zone zu verlassen.
Abschließend kommt der Coach noch einmal auf Mario Mollenhauer zu sprechen. Dieser habe gezeigt, was mit einer großen Portion Sieges- und Einsatzwillen alles möglich ist. (mz)