Volleyball Volleyball: MTV Wittenberg steht zum Abschluss Südwest Berlin gegenüber

Wittenberg - An ein Wunder glaubt Ulf Jonas schon längst nicht mehr. Der Cheftrainer des Volleyball-Regionalligisten MTV Wittenberg hat sich mit dem Abstieg in die Landesoberliga abgefunden.
„Den rettenden siebenten Tabellenplatz können wir nicht mehr erreichen. Die Mannschaft will trotzdem Steffen Fleischer und Mario Mollenhauer einen schönes Abschiedsgeschenk machen“, betont der 48-Jährige, der nach dem Saisonfinale der Mannschaft als Spieler ebenfalls nicht mehr zur Verfügung steht.
Jonas geht sogar davon aus, dass er als Trainer in den Nachwuchsbereich wechselt und sich dort „ein ganz junges Team“ aufbaut. „Ich bin auf der Suche nach einem Übungsleiter, der über das Potenzial verfügt, im Männerbereich neue Akzente zu setzen“, sagt der Coach und fügt an, dass er traurig ist, dass der Volleyball-Sport in der Lutherstadt „nun diese Entwicklung“ genommen hat.
Aufsteiger SSV Gardelegen (51 Punkte) hat nahtlos den Durchmarsch in die 3. Liga geschafft. Um die Medaillen kämpfen VC Potsdam-Waldstadt (37), Energie Cottbus (36) und VfK Südwest Berlin (35). Vorwärts Berlin II (11) steht abgeschlagen am Ende der Tabelle. Mit absteigen werden aller Voraussicht nach Neuling SG Prieros/Königs Wusterhausen (21), SG Rotation Prenzlauer Berg (20) und der Vorjahreszweite MTV Wittenberg (20).
„Trotzdem“, schiebt er nach, „geht für mich die Welt nicht unter.“ Jonas erzählt, dass die Mannschaft gut in die Saison gestartet sei. Doch ab November 2016 habe es ständig Personalprobleme gegeben. Annahme und Mittelblock sind die größten Schwachstellen auf der Talfahrt in Richtung Tabellenkeller gewesen.
Am Sonnabend um 18 Uhr bestreiten die Volleyballer aus der Lutherstadt ihr vorerst letztes Regionalligamatch. Gegner und Gastgeber VfK Südwest Berlin steht auf dem vierten Rang und kann mit einem Sieg noch in den Medaillenkampf eingreifen. Martin Eckstein und Max Fromm haben es in dieser Serie bereits auf acht Nominierungen für die Rubrik „Wertvollster Spieler“ (pro Match) gebracht.
„Da der Abstieg im Prinzip beschlossene Sache ist, können wir frei von der Leber weg aufspielen“, meint Jonas und verrät, dass die Mannschaft sich im Training auf die letzte Begegnung ordentlich vorbereitet hat. Mit einer Niederlage will sich der MTV nicht aus der Regionalliga verabschieden.
Fest steht: Drei Teams steigen ab, Regionalmeister SSV Gardelegen steigt auf. Da die zum Regionalbereich Nordost gehörenden Teams TSV Spandau und USC Magdeburg in der 3. Liga zu den Kellerkindern gehören und höchstwahrscheinlich ab der Serie 2017/18 eine Etage tiefer auf Punktejagd gehen, wird es auch den Tabellenachten treffen.
Deshalb geht es in den Partien SG Prieros/Königs Wusterhausen (8.) gegen CV Mitteldeutschland II und KSC „Asahi“ Spremberg kontra SG Rotation Prenzlauer Berg (9.) mehr um die Ehre.
Denn die beiden Mitabstiegskandidaten können das rettende Ufer ebenfalls nicht mehr aus eigener Kraft erreichen. Es sei denn: Das Wunder tritt doch ein und irgendein Verein meldet nicht für Regionalliga oder zieht sein Team aus dem Spielbetrieb zurück. (mz)