1. MZ.de
  2. >
  3. Mitteldeutschland
  4. >
  5. Landkreis Wittenberg
  6. >
  7. Frauenfußball: Frauenfußball: Gelungene Turnierpremiere für Sandersdorf

Frauenfußball Frauenfußball: Gelungene Turnierpremiere für Sandersdorf

Von Andreas Benedix 02.02.2014, 20:37
Die Fußballerinnen des SV Reinsdorf (rote Trikots), hier im Auftaktspiel gegen die SG Dabrun/Jessen, belegten beim ersten Frauenturnier des Vereins in der Sporthalle des Berufsschulzentrums den sechsten Platz.
Die Fußballerinnen des SV Reinsdorf (rote Trikots), hier im Auftaktspiel gegen die SG Dabrun/Jessen, belegten beim ersten Frauenturnier des Vereins in der Sporthalle des Berufsschulzentrums den sechsten Platz. Achim Kuhn Lizenz

Wittenberg/MZ - Die Kreisliga-Fußballerinnen der SG Union Sandersdorf haben am Sonnabend in der Sporthalle des Wittenberger Berufsschulzentrums (Mittelfeld) das erste Frauenturnier des SV Reinsdorf gewonnen und den ETL-Cup mit nach Hause genommen. „Seit elf Jahren spiele ich schon Fußball“, sagte Lydia Heidbrok bei der Siegerehrung, „und bin total glücklich darüber, dass wir alle Spiele gewonnen haben.“ Auf den weiteren Plätzen folgten die SG Schenkendorf, SG Dabrun/Jessen, SG Kemberg-Eutzsch, FSV Bad Schmiedeberg und Gastgeber SV Reinsdorf. Die einzelnen Auszeichnungen erhielten Madelyn Höpfner (Schenkenhorst, beste Spielerin), Greta Hoffmann (Reinsdorf, beste Torfrau) und Nicole Hanke (Dabrun/Jessen, beste Torschützin).

Greta Hoffmann zeigt Glanzparaden

Nach der Eröffnung durch Organisator Marcus Kleber (SV Reinsdorf) ging es gleich flott los. Die erste Begegnung bestritten der SV Reinsdorf und die SG Kemberg-Eutzsch. Frank Wießner, Coach der Reinsdorfer Frauenmannschaft, hatte seine Schützlinge gut vorbereitet. „In erster Linie sollen die Frauen Spaß am Fußball haben“. lautete seine Devise. Das Match nahm seinen Lauf. Die SG machte mächtig Druck. Das Reinsdorfer Tor stand entsprechend oft unter Beschuss. Obwohl die 13-jährige Greta Hoffmann erst seit vier Monaten Fußball spielt, parierte die Torfrau die meisten Bälle hervorragend. Auf Dauer kann sie ihren Kasten nicht sauber halten.

Auch die lautstarken Anfeuerungsrufe von Peter Solejewski, der für die Männer-Elf des Vereins kickt, helfen zum Schluss nicht mehr. Das erste Spiel geht 0:3 verloren. Der Cup-Wettbewerb gewinnt an Spannung. Nicole Hanke von der SG Jessen/Dabrun begibt sich, wie von Coach Tobias Klier nicht anders erwartet, sofort auf Trefferjagd. „Sie macht bei uns die meisten Tore“, äußerte er seine Erfahrung. Auch die Qualitäten dieser Stürmerin trugen mit dazu bei, dass seine Mannschaft am Sonnabend mit zu den Favoriten zählte.

Favorisiert sind auch die Frauen und Mädchen der SG Schenkenhorst aus dem Nachbarland Brandenburg. Geburtstagskind Nadine Gellert kam aus Ärger über die schwachen Leistungen der Herren des Vereins zum Fußball. „Die haben immer verloren. Da habe ich gedacht, wir Frauen können es einfach besser.“ Dass die 27-Jährige mit ihrer Einschätzung nicht falsch lag, zeigten die Spielergebnisse des Turniers. Nur eine Begegnung ging verloren. Trainer Denny Pauluth hegt neben sportlichen auch noch ganz andere Ambitionen: „Die Mädels müssen bewegt werden. Sie sehen gut aus und so soll es bleiben“, verrät er sein Erfolgsrezept.

Quirliger Teenager

Ständig am Drücker ist Pauline Häder vom FSV Bad Schmiedeberg. Die 14-Jährige spielt seit neun Jahren aktiv. „Für den Fußball hat mich mein Papa, der Trainer in Pretzsch ist, begeistert. Außerdem wurde im Kindergarten schon gekickt, das hat mir gefallen“, verweist sie auf die Anfänge ihrer Karriere. Pauline Häders Ziel ist es nun, auch mal Kreismeister zu werden. Ihr Coach, Daniel Hanke, kann dem Turnier des SV Reinsdorf eine weitere positive Seite abgewinnen: „Die Mädchen dürfen erst mit 15 Jahren ganz offiziell bei den Frauen spielen. Bei Veranstaltungen wie heute gilt diese Regelung nicht. So können wir unseren Nachwuchs trainieren und gleichzeitig mit Wettkämpfen vertraut machen“, so sein Kommentar.

Eine positive Bilanz zog ebenfalls Schiedsrichter Gerhard Müller. „Ich habe, ohne Wenn und Aber, reell entschieden und gepfiffen, auch wenn ich von Reinsdorf bin. Insgesamt bin ich zufrieden, es verlief alles wunderbar“ resümierte er. Eine Einschätzung, die wohl die Aktiven, Zuschauer und Organisatoren teilen können.