Elb-Fähren Elb-Fähren: In Prettin und Dommitzsch werden knapp 500.000 Euro investiert

Prettin - Dem leichten Spiel der Wellen hält die Prettiner Fähre ohne Mühen stand. Ketten fixieren das stählerne Transportmittel am Ufer, wobei Sicherheitsschlösser anzeigen, dass dieser Zustand von längerer Dauer ist.
Zwei Firmen beauftragt für Baustelle in Prettin
Wer bei Prettin sein Fahrzeug an der Elbe übersetzen lassen möchte, muss unverrichteter Dinge umkehren. Kein Fährmann winkt die Kraftfahrer heran, Rettungsringe und anderes Inventar sind abmontiert. Statt dessen beginnen Baufirmen mit der Vorbereitung ihrer Arbeit.
Bis zum 15. Dezember, so der festgesetzte Endtermin, sollen sie sowohl auf Prettiner wie auf Dommitzscher Seite unter anderem das Granitpflaster der Fährbuhnen aufnehmen, den Unterbau ersetzen und neues Pflaster verlegen. In Prettin wird diese Aufgabe durch die zbo Bau GmbH Jessen, in Dommitzsch durch die Ezel Torgau GmbH ausgeführt. Fähreigentümer und damit Auftraggeber der Maßnahme ist die Stadt Annaburg.
„Im Laufe der Jahre hat sich die Stärke des Pflasters durch Abrieb deutlich abgenutzt. Aus diesem Grund wurde entschieden, neues Granitpflaster zu verlegen“, erläutert Reik Romanus, Sachbearbeiter für Straßen und Tiefbau im Rathaus Annaburg. Das gleichmäßigere Fugenbild, das nunmehr entsteht, verhindert zudem das erneute Abplatzen der Steine und gewährleistet eine längere Lebensdauer.
Doch nicht nur der Fahrzeugverkehr setzt der Auffahrt zur Fähre zu. Beharrlich sorgen Wind und Wasser für eine Vertiefung der Sohle und das Ausspülen der Uferzone. Um das künftig zu vermindern, werden Stahlelemente in das Erdreich gerammt. Darüber hinaus ist eine Steinschüttung vorgesehen, knapp 1,50 Meter unter der Wasserlinie und somit am tiefsten Punkt der Anlegestelle. „Diese Arbeiten sind längst überfällig“, betont Romanus und verweist auf weitere Schäden, die am Fähranleger Prettin im Laufe der Jahre vor allem bei Hochwasser entstanden sind.
Aus diesem Grund werden parallel zu den Erdarbeiten Reparaturen an der Boje, an der das Gierseil der Fähre befestigt ist, an den Winden der Fähre und den Gierschwertern ausgeführt. Auch die Slipanlage sowie das Fährboot erfahren bis Mitte Dezember fachkundige Aufmerksamkeit.
Den Auftakt der Sanierungsarbeiten machten am Dienstag Mitarbeiter des Vermessungsbüros Münster und Graf aus Herzberg. Sie setzten Markierungspunkte, an denen sich die Baufirmen orientieren können.
Nach Blindgängern wird gesucht
Bevor die Bagger ans Werk gehen und Pflaster ausheben, müssen Kampfmittelbeseitiger das Areal untersuchen. Elbregionen gehörten im Zweiten Weltkrieg zu prädestinierten Zielen alliierter Bomber, weshalb nicht auszuschließen ist, dass bei Prettin Blindgänger im Erdreich lagern. „Konkrete Hinweise oder einen Verdachtsfall gibt es aber nicht“, stellt Reik Romanus klar. Vielmehr wolle man mit dieser Maßnahme einfach auf Nummer sicher gehen, bevor schweres Gerät zum Einsatz kommt.
Mit Jürgen Kollin ist im Fähr-Pachtvertrag vereinbart, dass dieser bei von der Kommune angeordneten Reparaturarbeiten, die den Stillstand der Fähre zur Folge haben, keine Pacht entrichten muss. Die Kosten der gesamten Baumaßnahme, einschließlich der auf sächsischer Seite, belaufen sich derweil auf 417.000 Euro und werden vollständig durch das Land übernommen. Bereit gestellt werden sie aus einem Fördermittelfonds für Hochwasserschäden des Jahres 2013. (mz)