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Boxnacht Boxnacht: Nico Wagner schickt Rojhat Bilgetekin mit krachender Rechten zu Boden

Von Detlef Liedmann 12.09.2017, 14:01
Wieder ist eine Rechte von Schwergewicht Nico Wagner zum Kopf von Rojhat Bilgetekin durchgekommen.
Wieder ist eine Rechte von Schwergewicht Nico Wagner zum Kopf von Rojhat Bilgetekin durchgekommen. Detlef Liedmann

Eisleben - Nach nicht einmal zwei Runden war alles vorbei. Im Kampf um die Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht nach Version der GBA hatte Nico Wagner (Leipzig) seinen Kontrahenten Rojhat Bilgetekin (Wipperfuerth) mit einer krachenden Rechten zu Boden geschickt.

Der Ringrichter machte sich erst gar nicht die Mühe, zu zählen. Dass Bilgetekin nach seiner Bauchlandung ein wenig brauchen wird, um sich zu sammeln, war auch den Besuchern der achten Eisleber Boxnacht im vollen Wiesenfestzelt klar. „Der kommt nicht so schnell wieder hoch“, so Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer, die am Samstagabend zwischen Festzelt sowie Theater pendelte.

Neben ihr saß Rainer Gerlach, mit Timo Hoffmann Organisator und Veranstalter der Boxnacht. „So gut wie dieses Jahr ist es organisatorisch noch nie gelaufen“, sagte er. Gleichwohl musste hier und da umdisponiert werden. So gab es statt der geplanten acht Amateurkämpfe einer Mansfeld-Südharz-Staffel gegen eine Auswahl aus Sachsen und Thüringen.

Staffel mit Schülern, Junioren und Männern aus der Region Mansfeld-Südharz setzte sich mit 7:4-Siegen durch

Einen störte das überhaupt nicht: Peter Herbst. Er ist seit der ersten Boxnacht dabei und verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen. Denn Herbst, er arbeitet bei einer Taxifirma, holt und fährt die Sportler mit einem Shuttle von ihren Unterkünften und bringt sie nach ihren Wettkämpfen zur Tennishalle, wo geduscht werden kann. „Ohne die vielen großen und kleinen Firmen, welche uns über die Jahre unterstützen, wäre das hier gar nicht denkbar“, so Gerlach. Und während für Herbst das Chauffieren der Sportler das nützliche ist, macht das Zuschauen den Abend für ihn angenehm. Herbst war zu DDR-Zeiten selbst Boxer, hat es sogar zum Spartakiadesieger gebracht.

Neben dem klassischen Boxen gab es auch zwei Kämpfe im K 1. So darf sich seit Samstag Patrick Schmidt dank eines Technischen Knockouts in der vierten Runde gegen Samet Yasar Deutscher Meister nennen. In einem weiteren Gefechte besiegte Martin Rechner seinen Kontrahenten Izzet Kurnatz nach Punkten. (lied)

„Gerade, was die Amateure heute gezeigt haben, dass war schon klasse“, so Herbst. Und Timo Hoffmann pflichtete bei: „Ich bin angenehm überrascht. Ein Besucher hat mir sogar gesagt, wir hätten bessere Kämpfe als beim Chemiepokal. Na ja, soweit sind wir sicher nicht. Aber ich höre solch ein Lob natürlich gern.“

Am Ende setzte sich die Staffel mit Schülern, Junioren und Männern aus der Region bei 7:4-Siegen durch, wobei es auch hier schon einen Knockout gegeben hatte. Einen solchen landete auch Patrick Linkert aus Halle im Kampf gegen Peer Dippe (Eilenburg).

Linkert hatte schon zweimal in Eisleben geboxt und 2014 Marko Angermann den Deutschen Meistertitel der WBCA im Cruisergewicht abgenommen. Wie damals ließ er es auch am Samstag ruhig angehen, um dann im Schlussspurt des auf vier Runden angesetzten Kampfes seinen Gegner regelrecht zu überrollen.

Ringarzt Klaus-Ronald Wendt hatte zur Boxnacht wenig zu tun

Dennoch hatte Ringarzt Klaus-Ronald Wendt an diesem Abend wenig Arbeit. Nur als Andre Werner vom BC Mühlhausen im letzten Amateurkampf schwer zu Boden gegangen war und minutenlang liegen blieb, musste er sich etwas intensiver kümmern.

Ansonsten gab es bei einigen Besuchern Stielaugen und verrenkte Hälse, als sich Burlesque-Tänzerin Jane Johnson aus Berlin lasziv in einer überdimensionalen Sektschale räkelte. Denn auch das gehört zur Boxnacht. Show und Musik. „Die Männer interessieren sich fürs Boxen, die Frauen meist fürs Drumherum. So ist für jeden was dabei“, sagte Rainer Gerlach. Und hält es mit einer Fußballweisheit: „Nach der Boxnacht ist vor der Boxnacht.“ (mz)