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Nach "Friederike" Nach "Friederike": Landschaftspark bleibt zu

Von Sabine Herforth 26.01.2018, 10:55
Der Förderverein zur Erhaltung des Landschaftsparks Degenershausen geht kein Risiko ein: Bis auf Weiteres bleibt der Park für Besucher gesperrt.
Der Förderverein zur Erhaltung des Landschaftsparks Degenershausen geht kein Risiko ein: Bis auf Weiteres bleibt der Park für Besucher gesperrt. S. Herforth

Degenershausen - Der Landschaftspark Degenershausen ist derzeit für Besucher gesperrt. Das Sturmtief „Friederike“ hat dort einige Schäden angerichtet. Mindestens 16 Bäume haben die starken Böen mitgerissen.

Zu gefährlich, um Besucher in den Park zu lassen, haben die Mitglieder des Fördervereins zur Erhaltung des Landschaftsparks Degenershausen deshalb beschlossen.

Viele Bäume sind angeknackst

Nicht alle Bäume seien beim Sturm umgestürzt, erklärt Gesine Krosch vom Verein. Aber viele seien angeknackst oder große Astteile seien abgebrochen, so dass damit zu rechnen sei, dass auch diese Bäume bei starkem Wind noch umfallen könnten.

„Zum Teil ist der Wurzelteller schon draußen oder sie hängen in anderen Bäumen“, erklärt sie. Gefahrenbereiche wurden deshalb durch Flatterband gekennzeichnet und abgegrenzt.

Inzwischen gibt es im gesamten Park eine ganze Reihe „Baustellen“. Denn schon der Sturm „Herwart“, der im Oktober über den Park hinwegzog, hat seine Spuren hinterlassen. So brach bei einer imposanten griechischen Tanne, die sich nahe der Krone zweiteilt, einer der beiden tragenden Äste ab.

Auch die Wodehouse-Linde - nach dem britischen Schriftsteller P. G. Wodehouse benannt - bekam bereits im Herbst einiges ab. „Sie ist stark in Mitleidenschaft gezogen“, sagt Gesine Krosch.

Die abgebrochenen Teile konnten in den vergangenen Monaten noch nicht weggeräumt werden.

Sicherheit der Besucher ist nicht garantiert

„Friederike“ hat den angeschlagenen Bäumen zum Glück nicht noch weiter zugesetzt, dafür an anderen Stellen deutliche Schäden hinterlassen.

„Es ist nicht unmittelbar Gefahr im Verzug“, relativiert Krosch die Situation. Dennoch könne der Verein die Sicherheit der Besucher nicht garantieren - insbesondere, wenn der Wind mal wieder auffrischt und nicht abzusehen sei, ob er nicht doch noch irgendwo etwas umreißt.

Wie es nun aber weiter gehen soll, ist noch nicht klar

Mit der Beseitigung der umgestürzten Bäume sowie der vielen Äste ist der Verein völlig überfordert. „Aus unseren eigenen Reihen kriegen wir das nicht hin“, stellt Krosch klar.

Der Verein verfüge aktuell nicht einmal über die Möglichkeit, Äste und Bruch abzutransportieren. Es fehle an der nötigen Technik und Maschinen, um selbst tätig zu werden.

Wobei die Wodehouse-Linde für schwere Maschinen derzeit nicht mal erreichbar sei, so Krosch. Zu nass sind die Böden.

Die Fahrzeuge würden die bewirtschafteten Wiesen vermutlich stark beschädigen. Die aufgehäuften Bruchstücke bleiben also weiter zu einem Haufen geformt am Baum liegen.

Stadt sieht sich in der Pflicht

„Wir stehen da in der Pflicht“, sagt Klaus Wycisk (CDU), Bürgermeister der Stadt Falkenstein/Harz. Die Stadt ist Eigentümer des Landschaftsparks. Wann Falkenstein dieser Pflicht nachkommen kann, konnte er jedoch nicht sagen.

Die Stadt habe selbst in vielen Bereichen mit den Folgen des Sturms zu kämpfen, beispielsweise habe „Friederike“ unter der Konradsburg zahlreiche Bäume umstürzen lassen.

„Wir haben wichtige Projekte aufschieben müssen“, führt Wycisk an, dass die Sturmschäden Vorrang haben. So liege die geplante Durchforstung des Waldstücks an der Liethe vorerst auf Eis. D

ennoch werden die umgestürzten Bäume wohl in den nächsten Wochen liegen bleiben. „Wir haben im Moment keine Fachkräfte“, begründet Wycisk. Die Forstbetriebe würden sich zunächst gefährlicheren Bereichen annehmen. (mz)

„Friederike“ hat den Bäumen im Park zugesetzt.
„Friederike“ hat den Bäumen im Park zugesetzt.
S. Herforth