Was kostet Druckluft? Harzgeröder Werk der Automotive Holding GmbH: Was kostet Druckluft?

Harzgerode - Der Griff zur Druckluftpistole gehört für die Mitarbeiter im Harzgeröder Werk der Trimet Automotive Holding GmbH zur Alltagsroutine. Druckluft kommt hier wie jedes andere Werkzeug zum Einsatz.
Aber was kostet das eigentlich? Die Antwort darauf könnte ein Gerät liefern, das den Verbrauch messbar macht und ins Verhältnis zu Kosten setzt.
Es wurde nun beim Regionalausscheid von Jugend forscht mit dem Sonderpreis für das beste interdisziplinäre Projekt ausgezeichnet.
Von Gymnasiastin aus Ballenstedt unterstützt
„Wir haben mit unserer Abschlussarbeit teilgenommen“, erklärt Niklas Knöfel, der es gemeinsam mit Robert Kather entwickelt hat. Unterstützt wurden die beiden dabei von Schülerin Lea Schade, die das Wolterstorff-Gymnasium in Ballenstedt besucht.
Sie wurde von ihrer Lehrerin angesprochen, ob sie nicht das Team verstärken möchte.
Im Dezember 2016 traf sich das Trio dann erstmals und arbeitete fortan gemeinsam an dem Projekt. Eine Konstellation, die es bei der Trimet so bisher nicht gab.
Ausbilder gab die Anregung für das Projekt
Den Einfall für das Projekt hatten die beiden Facharbeiter, die Ende Januar ihre Ausbildung zum Mechatroniker erfolgreich abgeschlossen haben und nun als Facharbeiter im Werk angestellt sind, allerdings nicht selbst.
Der Impuls kam von ihrem Ausbilder Frank Wenzel.
„Die Idee ist bei mir schon lange geboren, weil ich weiß, Druckluft wird vielfach verschwenderisch verwendet“, erklärt Frank Wenzel. „Bei Strom ist der Verbrauch klar“, erklärt er.
Am Stromzähler lasse sich das leicht ablesen und einschätzen. Aber bei Druckluft?
Verwendung soll effizienter gestaltet werden
Die damals noch Auszubildenden hätten sich des Themas angenommen - mit dem Ziel die Verwendung von Druckluft effizienter zu gestalten, indem sie den Verbrauch messbar machten.
„Angefangen hat es mit einer Zeichnung, dann haben wir eine 3D-Zeichnung am Computer erstellt“, erzählt Robert Kather.
Niklas Knöfel habe sich dafür umfangreiches Wissen zu verschiedenen Software-Programmen angeeignet und im gleichen Zuge eine Fortbildung zur SPS-Fachkraft (Speicherprogrammierbare Steuerung) gemacht, lobt Wenzel seinen Schützling.
Das Ergebnis kann sich nach einem Jahr sehen lassen
Das Ergebnis der vielen Arbeit kann sich sehen lassen. Nach gut einjähriger Projektarbeit, kann das Trio ein Messgerät präsentieren, das belastbare Zahlen liefert, wie viel Druckluft verwendet wird und vor allem, was dabei für Kosten entstehen.
Die Daten werden zudem visuell am Computer dargestellt.
„Wir haben die Möglichkeit, Druckluftpistolen anzuschließen“, erklärt Wenzel und zeigt verschiedene Anschlüsse, die bewusst mit Löchern verschiedener Größen versehen wurden.
Sie sollen nicht nur ermöglichen, den Verlust hochzurechnen, sondern auch den dadurch entstehenden Lärm messen.
„In der Gießerei ist es laut, dann bemerkt man eine Leckage nicht immer“, erklärt Niklas Knöfel.
An dem Messgerät ist der verursachte Lärm dann umso besser zu hören und soll nicht zuletzt daran erinnern, dass Gehörschutz in dem Werk ein Muss ist.
Für Landesausscheid qualifiziert
Die beiden 19 und 20 Jahre alten Facharbeiter sowie die Schülerin haben sich mit ihrem Sonderpreis für den Landesausscheid von Jugend forscht Anfang April in Magdeburg qualifiziert.
Sie hoffen, dort an ihren Erfolg anknüpfen zu können. Lea Schade möchte aber auch in der Schule von der in das Trimet-Projekt investierten Zeit profitieren können.
„Ich werde die Arbeit, die wir für Jugend forscht geschrieben haben, noch etwas umschreiben und als besondere Leistung in mein Abitur einbringen“, berichtet die 18-Jährige. (mz)