Hochmodern und schick Feuerwehr Friedrichsbrunn nimmt ihr neues Depot in Empfang: Stadt Thale investiert 145 Millionen Euro mit Zuschuss

Friedrichsbrunn - Alexander Fitzel würde sich wohl am liebsten verdoppeln. Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichsbrunn hat am Freitagnachmittag kaum eine ruhige Minute:
Hier muss er auf die Corona-Vorgaben hinweisen, dort Geschenke entgegennehmen und dann wieder eine Gästegruppe durch die Räume des Depots führen. Bei all dem Stress überwiegt jedoch vermutlich auch bei ihm, wie bei den mehreren Dutzend anwesenden Kameraden der örtlichen und umliegenden Ortswehren sowie Einwohnern, die Freude darüber, dass die Friedrichsbrunner Feuerwehrleute nun in ihr neues Quartier einziehen können.
Nach Abriss des Dorfgemeinschaftshauses wurde der Grundstein für das Depot gelegt
„Der Zeitungsartikel hat sich im Oktober 2017 wie ein Lauffeuer im Dorf verbreitet“, blickt Fitzel zurück und hält den Quedlinburger Lokalteil der MZ mit der Überschrift „Neue Ortsmitte“ in die Höhe. Darin wurde erstmals über die Pläne für ein neues Feuerwehrdepot in Friedrichsbrunn berichtet.
Auf den Abriss des alten Dorfgemeinschaftshauses auf dem Grundstück im April 2019 folgten ungefähr fünf Monate später die Grundsteinlegung und am 23. Oktober das Richtfest des Depots.
Wiederum ein knappes Jahr später kann das Gebäude offiziell in Betrieb gehen - „und es ist ein schmuckes geworden“, urteilt der Ortswehrleiter, der allen an Planung, Finanzierung und Errichtung des neuen Depots Beteiligten seinen Dank ausspricht.
Im alten Depot waren nur zwei Zentimeter Platz zwischen den Fahrzeugen
„Wir haben unser altes Feuerwehrhaus geliebt“, merkt Fitzel an, „aber wir haben auch gesehen: Es wird brenzlig.“ Einige Aspekte des alten Quartiers hätten nicht mehr geltenden Vorschriften entsprochen. So hätten zum Beispiel die beiden Fahrzeuge nur hintereinander und mit zwei Zentimetern Abstand hineingepasst, sagt Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski (CDU).
„Auch für die Jahreshauptversammlung ist nie genügend Platz gewesen.“ Ihm und dem damaligen Bauamtsleiter Guido Blosfeld, berichtet der Rathauschef, sei deswegen eines Tages klar gewesen, dass mithilfe des Stark-V-Förderprogramms des Landes für Kommunen zur Erfüllung ihrer Pflichtaufgaben ein neues Depot finanziert werden müsse.
Bei den Kosten, die ursprünglich mit 1,3 Millionen Euro veranschlagt worden waren, meldet Balcerowski eine moderate Erhöhung - auf 1,45 Millionen. Diese hätten ungefähr zur Hälfte das Land und die Stadt getragen.
Erfüllung der Pflichtaufgaben - das leiste die Feuerwehr tatsächlich, betont Ortsbürgermeister Christian Staat. Aber nicht nur. „Sie trägt auch zu einem intakten Dorfleben bei.“ 22 aktive Mitglieder zählt die Friedrichsbrunner Feuerwehr laut Fitzel momentan, die Jugendfeuerwehr sei mit zehn jungen Mitgliedern gut aufgestellt.
Die Friedrichsbrunner Feuerwehr umfasst 22 aktive Mitglieder
Balcerowski fügt hinzu, dass der Neubau endlich genug Raum für eine „vernünftige Ausbildung“ des Nachwuchses biete. In ihr neues Depot kann die Ortswehr hineinwachsen:
Die zwei Umkleideräume, setzt Alexander Fitzel auseinander, seien für 28 Männer und fünf Frauen ausgelegt. „Aktuell sind wir ,nur‘ 22 Männer.“ Weil in der Jugendwehr drei Mädchen mitmachten und die Jungs die Umkleidemöglichkeiten ebenso mitbenutzen dürften, werde der Raum dennoch nahezu komplett ausgeschöpft. Ein Flachbildschirm soll den Kameraden Infos und Karten zu Einsätzen in die Umkleide liefern - zur mentalen Vorbereitung.
Nach dem Einsatz können die Feuerwehrleute gleich unter die Dusche
Der Wehrleiter hat im Depot sein eigenes Büro. Außerdem gibt es einen eigenen Raum für die Waschmaschine, in der nach Einsätzen die Kleidung der Feuerwehrleute gewaschen wird. In der daneben befindlichen Teeküche, erläutert Fitzel, könnten die Kameraden ihre Kleidung ablegen und kämen durch eine Tür gleich in die Dusche.
„So kommen sie vor dem Duschen nicht mit ihrer Zivilkleidung in Kontakt.“ Es entspreche also alles der Vorschrift - auch, dass das Löschgruppenfahrzeug und der Mannschaftstransportwagen künftig nebeneinander in der geräumigen Fahrzeughalle stehen.
„Friedrichsbrunn hat jetzt das wohl modernste Feuerwehrgerätehaus im Gebiet der Stadt Thale“, stellt Ortschef Staat fest, der darin ein Signal für den Schutz von Leib und Leben sieht. „Einwohner und Gäste können beruhigt schlafen.“ (mz)

