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Osternienburger HC Osternienburger HC: Zwei neue Übungsleiter

Von Daniel George 19.03.2014, 20:05
Als Trainer der Osternienburger Herren war Peter Jungk in der Saison 2012/2013 erfolgreich.
Als Trainer der Osternienburger Herren war Peter Jungk in der Saison 2012/2013 erfolgreich. Archiv/Rebsch Lizenz

Osternienburg/MZ - Peter Jungk hat es in den vergangenen Tagen schon oft gehört. „Mit 66 Jahren“, sagten seine Gesprächspartner, „da fängt das Leben doch erst an.“ Und natürlich kennt auch Jungk den Schlager von Udo Jürgens. Und natürlich huscht dann auch bei ihm ein Lächeln über die Lippen. Aber: „Ich sage dann immer nur: Ja, freilich“, muss der 66-Jährige schmunzeln. Denn eigentlich wollte er nicht mehr an der Seitenlinie stehen. Als Sportlicher Leiter des Osternienburger HC gibt es schließlich genug zu tun. Doch manchmal kommt es eben anders, als man denkt - und deshalb wird Peter Jungk schon bald wahrscheinlich doch noch einmal als Trainer aktiv sein.

Das neue Duo kennt sich

Nach dem Ende der Hallensaison und dem Verbleib in der 1. Bundesliga hatte Damen-Trainer Detlef Mourek seinen Rücktritt erklärt. Der Osternienburger HC musste sich plötzlich nach einem neuen Übungsleiter umsehen - und diese Suche gestaltete sich alles andere als leicht. Nun gab es aber einen „Plan A“, wie Jungk sagt, der allerdings nicht funktionierte. Um nicht komplett in der Luft zu hängen, einigten sich die Verantwortlichen nun auf Plan B: Peter Jungk wird die Mannschaft bis auf Weiteres gemeinsam mit Jana Kurde trainieren. Kurde war selbst lange Zeit Spielerin in Osternienburg, zuletzt warf sie allerdings eine Verletzung zurück, die wird wohl verhindern, dass sie parallel zu ihrem neuen Traineramt während der Rückrunde auf dem Feld auch spielen wird.

Während die Trainerfrage bei den Osternienburger Damen nun zumindest vorerst geklärt zu sein scheint, gibt es bei den Herren noch keine endgültige Gewissheit. Doch es sieht so aus, als wolle Wulf Müller als Trainer weitermachen.

„Davon gehe ich aus und ich habe noch nichts anderes gehört“, sagte Peter Jungk, Sportlicher Leiter des OHC, gegenüber der MZ. Und ein Verbleib Müllers wäre wohl auch besser für den Osternienburger, noch einen neuen Herrentrainer zu finden, würde wohl zur Herkulesaufgabe werden. Wulf Müller hatte mit dem Team unter dem Hallendach Erfolg, die Mannschaft hofft auf ein weiteres Engagement.

Die Osternienburger Herren starten jedenfalls am 11. Mai mit dem Heimspiel gegen den SSC Jena in die Rückrunde der Feldsaison 2013/2014. In der Regionalliga Ost belegt das OHC-Team derzeit den zweiten Platz, drei Punkte hinter dem führenden Mariendorfer HC. 

Kurde und Jungk kennen sich gut. Während seiner ersten Amtszeit als Damen-Trainer in Osternienburg - Peter Jungk übernahm das Amt kurz nach der Wende und hatte es acht Jahre lang inne - war sie seine Spielerin. Nun wollen sich beide das Training teilen. Bei den Heimspielen wird Peter Jungk dabei sein, das ist sicher. „Wie es bei den Auswärtsspielen aussieht“, so sagt er, „muss man sehen.“

Als Herren-Trainer war Jungk in der Saison 2012/2013 äußerst erfolgreich, führte die Mannschaft in der Halle zum souveränen Klassenerhalt und auf dem Feld zum zweiten Platz. Im vergangenen Herbst zog sich der Sportliche Leiter als Trainer dann aber zurück, wollte sich wieder vermehrt dem Nachwuchs widmen. Die Suche nach einem Damen-Coach lief auf Hochtouren. Es gab auch einige aussichtsreiche Kandidaten, aber eines wurde auch klar: Der Anreiz, in Osternienburg zu trainieren, ohne dabei das ganz große Geld zu verdienen, ist anscheinend nicht sonderlich hoch. „Das hat sich sehr schwierig gestaltet“, erzählt Peter Jungk, der so nun selber wieder ins OHC-Dress schlüpfen muss. Die Suche nach einem neuen Coach läuft weiter. Die Möglichkeiten seien nicht sonderlich groß, einige Optionen gebe es dennoch, verrät Jungk. Spätestens nach der Rückrunde der Feldsaison soll eine neue Lösung gefunden worden sein. Doch lieber schon früher: „Besser morgen als übermorgen“, wie Peter Jungk es formuliert.

Klassenerhalt hat höchste Priorität

Der Sportliche Leiter sagt: „Wenn wir einen neuen Trainer finden, ist diese Lösung hinfällig.“ Wichtig sei auf dem Feld zunächst einmal der Klassenerhalt. Diesbezüglich sieht es auch gut aus. Osternienburg belegt gut anderthalb Monate vor dem Rückrundenstart am 11. Mai vor heimischem Publikum gegen das Tabellenschlusslicht HCLG Leipzig den vierten Platz. Doch auf Spielmacherin Tina Mourek, die es zum Erstligisten nach Braunschweig zieht, muss das Team im Gegensatz zur Hallensaison wieder verzichten. Auch Angreiferin Jenny Dolge steht dem neuen Trainer-Duo nicht mehr zur Verfügung, weilt fortan in München. Der Verbleib in der Regionalliga Ost sollte aber auch ohne die beiden gesichert werden. Die Mannschaft hat Potenzial, wenngleich die Abgänge natürlich schwer ins Gewicht fallen.

Peter Jungk muss sich in den kommenden Wochen jedenfalls einen genauen Überblick verschaffen. In anderthalb Wochen tritt er sein neues Amt an - ausgerechnet am 1. April. Ein Scherz aber soll es keineswegs werden, vielmehr eine Lösung auf Zeit.