Basketball Basketball: Beidseitiger Respekt
SANDERSDORF/MZ. - Auf der Hinfahrt gar nicht so recht wahrgenommen, rückte das kleine Ortseingangsschild in den genaueren Blick von Maik Leuschner. Kurz hinter Nördlingen durchquerte der Sixers-Tross das kleine Örtchen Oettingen, Hauptsitz der gleichnamigen Brauerei. "Da war für mich ganz schnell Gotha präsent", erinnert sich der Teammanager der Sixers. Denn in der thüringischen Stadt befindet sich eine der Nebenstellen der Oettinger Brauerei, trägt das dort beheimatete Basketballteam eben diesen Schriftzug im Teamnamen: Oettinger Rockets Gotha, am Samstag Gegner der BSW Sixers.
"Für mich ist Gotha der Favorit schlechthin, der Krösus der Liga", zeigt Maik Leuschner großen Respekt. War der Verein in der vergangenen Pro B-Saison einer der sportlichen Absteiger, so konnte über ein Hintertürchen dennoch der Klassenerhalt gesichert werden. Ein neuer Trainer sowie zahlreiche neue Spieler sollten für eine beruhigendere Saison sorgen. Der Kader, der jedoch zusammengestellt wurde, machte das Team plötzlich zum großen Favoriten für den Aufstieg. "Wir sind noch am Anfang unserer Planung und Ziele.
Wir wollen unsere Jungs nicht unnötig unter Druck setzen. Wir sind zwar sehr stark besetzt, haben aber vor allem bei den deutschen Spielern auch sehr junge Leistungsträger im Team", so Trainer Marko Simic, "in Gotha soll in den nächsten drei bis fünf Jahren etwas zusammenwachsen. Die Rolle als Favorit sehen wir eher als etwas Positives und als eine schöne Herausforderung. Wir wissen aber, dass uns niemand etwas schenken wird auf dem Feld und dass wir nur mit Leistung dieser Rolle gerecht werden."
Das gelang dem Team bislang in beeindruckender Manier. Mal abgesehen vom etwas knapperen 86:80-Auftaktsieg gegen die noch sieglose BG Illerthal-Weißenhorn wurden die beiden folgenden Spiele jeweils mit 20 Punkten Unterschied gewonnen. Und nun ist der Aufstiegsfavorit am Samstag um 18 Uhr bei den BSW Sixers zu Gast. "Ich habe mich nicht sehr viel mit den Sixers befasst - bis auf diese Woche", muss Marko Simic zugeben, "wir konzentrieren uns immer nur auf den nächsten Gegner und nehmen jedes Spiel sehr ernst. Mit Sascha Ahnsehl und Aaron Fleetwood spielen gleich zwei meiner ehemaligen Spieler bei den Sixers. Somit bin ich gut vorgewarnt über die Qualitäten. Wir werden uns ernsthaft vorbereiten."
Doch das werden natürlich auch die BSW Sixers, auch wenn der Respekt groß ist. "Wir müssen uns nicht verstecken", weiß Maik Leuschner, "zu Hause müssen die uns erst einmal schlagen." Das Zuhause ist natürlich die Sandersdorfer Ballsporthalle. Die wurde am vergangenen Wochenende, im ersten Heimspiel in der Pro B, einer Prüfung eines Ligakommissars unterzogen. Der zeigte sich vor allem von der tollen Stimmung in der Halle begeistert. Eine Stimmung, die dabei noch nicht einmal ihr Höchstmaß erreichte. Mit 350 Zuschauern blieben die Sixers dabei deutlich unter ihrem normalen Niveau. "Es war schönes Wetter und ein verlängertes Wochenende", glaubt Maik Leuschner den Grund zu kennen, "wir rechnen diesmal mit mehr Zuschauern."
Und die erwarten wohl das gleiche wie Gästetrainer Marko Simic: "Von den Sixers erwarte ich eine starke Gegenwehr und eine sehr motivierte Mannschaft." Motiviert dürfte die nach zuletzt zwei Siegen in Folge sicherlich sein. Und dass sie sich zu wehren weiß, hat sie auch schon gezeigt. Wofür das reicht, sieht man am Samstag.