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Kommunen Kommunen: Leasing soll die Kasse füllen

Von Michael Tempel 16.07.2008, 21:30

Halle/MZ. - Partner der HWG bei der Transaktion ist die Norddeutsche Landesbank (Nord / LB). Beide haben eine Tochterfirma gegründet, die die sanierten Wohnungen für 81 Millionen Euro erworben hat. Den Kredit dafür stellten die Nord / LB und die Saalesparkasse bereit. Den anderen Teilbetrag des Erlöses - 38 Millionen Euro - will die HWG zur Ablösung eigener Kredite nutzen.

"Durch das Leasinggeschäft entstehen der HWG in den nächsten 30 Jahren jährliche Mehrbelastungen von 2,2 Millionen Euro", sagte Geschäftsführer Heinrich Wahlen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Das Geschäft rechne sich, weil die Wohnungen nach den 30 Jahren ohne zusätzliche Kosten an die HWG zurückgingen. Laut Wahlen ändert sich für die Mieter nichts, da die HWG die Wohnungen weiter verwalte. Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) zeigte sich erfreut über die gefundene Lösung. "Uns war es wichtig, dass die Wohnungen in kommunaler Verantwortung bleiben." Dies sei der entscheidende Unterschied zur Stadt Dresden, die ihren Wohnungsbestand an einen Finanzinvestor verkauft hatte und so heftig in die Kritik geraten war.

Nord / LB-Vorstand Jürgen Allerkamp nannte das Geschäft mit Halle einen "Meilenstein beim Umgang mit kommunalem Wohnraum", das bundesweit Modellcharakter habe. Ihm zufolge sei man mit weiteren Städten Sachsen-Anhalts in Kontakt, die ähnliche Pläne hätten. Namen nannte er nicht.

Jost Riecke vom Landesverband der Wohnungswirtschaft begrüßte zwar das Leasing-Geschäft zur Haushaltskonsolidierung in Halle. "Es ist aber kein Allheilmittel." Wenn kommunale Wohnungsunternehmen Beiträge zum Schuldenabbau leisten sollen, müsse sicher sein, dass sie danach noch wirtschaften können. Das sei in Halle berücksichtigt worden.