Verbandsgemeinde An der Finne Verbandsgemeinde An der Finne: Zwischen Fazit auch Kritik

Klosterhäseler - Einen Prolog erlebte der Empfang der Verbandsgemeinde (VG) An der Finne. Zu dem hatte die Kommune am Freitagabend Vertreter aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Ehrenamt und Kultur in die Kulturhalle nach Klosterhäseler geladen. Nur wenige Stunden zuvor überreichte Finanzminister André Schröder (CDU) im Rathaus in Freyburg einen Zuwendungsbescheid an die Bürgermeisterinnen der Verbandsgemeinden Unstruttal und An der Finne, Jana Schumann und Monika Ludwig. Insgesamt reicht das Land mehr als 1,2 Millionen Euro aus, 736.523 Euro gehen ins Unstruttal und 481.727 Euro an die Finne.
Dieses Geld stammt aus dem Ausgleichsstock des Landes und wird als Bedarfszuweisung infolge der Schließung der Molkerei Bad Bibra und der einhergehenden finanziellen Folgen bei der Abwasserbeseitigung für Kommunen und Bürger ausgereicht (wir berichteten). Vorangegangen waren viele Gespräche und Anträge. Darauf verwies auch Monika Ludwig in ihrem Jahresrückblick. „Die Konzernentscheidung des Deutschen Milchkontors hat die Ver- und Entsorger unserer Region und damit die Kommunen vor große Herausforderungen gestellt“, sagte die Bürgermeisterin. „Den Unmut der Bürger kann ich dennoch verstehen. Es ist uns nicht gelungen, alle Auswirkungen von ihnen fernzuhalten. Aber ich bin überzeugt, wenn wir den eingeschlagenen Weg konsequent mit Hilfe des Landes zu Ende gehen, ist das Ergebnis zumindest akzeptabel.“
Mit Blick auf das aktuelle Jahr sprach die Bürgermeisterin zwei Themen mit einem gewissen kritischen Unterton in Richtung Landespolitik an. Mit Verweis auf das Kinderförderungsgesetz (Kifög) bemerkte sie, dass Gesetzesvorhaben auf Landesebene nicht als großer Erfolg verkauft werden dürfen, wenn zuvor deren Auswirkungen auf der kommunalen Ebene nicht bewertet seien. Zudem schaltete sie sich in die derzeit laufende Diskussion um die Abschaffung der Straßenausbaubeträge ein: „Eine Entlastung der Bürger ist immer zu begrüßen. Es muss aber die Ausfinanzierung der Kommune bedacht werden.“
Auch Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) schlug während seines Grußwortes in diese Kerbe - in Anwesenheit des SPD-Landtagsabgeordneten Rüdiger Erben und Manuela Hartung, stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Kreistag des Burgenlandkreises. Die Sozialdemokraten hatten diesen Vorschlag in die politische Debatte eingebracht. Rund 30 Millionen Euro würden durch die Abschaffung der Beiträge im Landeshaushalt fehlen, Geld, das an anderen Stellen weggenommen werden müsste, bemerkte Stahlknecht. Der Minister verwies zudem auf „Fehler der Vergangenheit“, wie die Einsparungen in den Bereichen Polizei, Justiz und Bildung. Er sprach seinen Dank in Richtung Ehrenamt aus und betonte die Bedeutung des ländlichen Raumes. Stahlknecht: „Das Land besteht nicht nur aus Halle und Magdeburg.“
Musikalisch begleitete der 1826 ins Leben gerufene Männergesangsverein Liedertafel unter der Leitung von Rolf Walther den Empfang. Mit einer Bildershow blickte die Bürgermeisterin auf Ereignisse des vergangenen Jahres zurück. Unternehmen und Privatpersonen sorgten mit ihren Spenden für Speis und Trank.
Ingrid Hesse, Bürgermeisterin der Gemeinde An der Poststraße, hatte zu Beginn die Gäste des Empfangs in Klosterhäseler begrüßt. Sie blickte auf die Geschichte der Kulturhalle zurück, die bis 2015 umfangreich saniert wurde. Insgesamt flossen 450.000 Euro, aufgeteilt auf zwei Etatjahre, in den Innenausbau des Gebäudes, das einige Jahre zuvor eine neue Fassade erhalten hatte. Träger ist seit 2017 der Verein „Finne Highlights“. Vorsitzender Christian Voigt zählte zu den Personen, die VG-Bürgermeisterin Monika Ludwig für ihr Engagement würdigte. Ebenfalls geehrt wurden Jan Bunge, langjähriger Schöffe am Landgericht Halle, sowie VG-Mitarbeiterin Michaela Eichhorn.


