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Geschichte des FC Zeitz Geschichte des FC Zeitz: Das waren noch Zeiten

Von Walter Böttner 23.08.2013, 20:03
Teilnehmer der Oberliga-Aufstiegsrunde. Hinten von links: Dr.Tyrolf (Mannschaftsarzt), Peter Kohl (Trainer), Jürgen Hartmann, Kurt Just, Werner Weitze, Peter Eiteljörge, Gerd Bänisch, Harald Schramm, Wolfgang Bartusch. Dieter Stahl, Heinz Löblich (ML), Konrad Grzyb (Sektionsleiter). Von links kniend: Roland Seifert, Harry Kunze, Peter Kobelt, Günter Möhrstedt, Jürgen Töpfer, Bernd Pacholski. Es fehlen: Knut Stange, Helmut König, Siegfried Weigelt, Reiner Poser, Hans-Bernd Hädicke, Günter Karczmarczyk.
Teilnehmer der Oberliga-Aufstiegsrunde. Hinten von links: Dr.Tyrolf (Mannschaftsarzt), Peter Kohl (Trainer), Jürgen Hartmann, Kurt Just, Werner Weitze, Peter Eiteljörge, Gerd Bänisch, Harald Schramm, Wolfgang Bartusch. Dieter Stahl, Heinz Löblich (ML), Konrad Grzyb (Sektionsleiter). Von links kniend: Roland Seifert, Harry Kunze, Peter Kobelt, Günter Möhrstedt, Jürgen Töpfer, Bernd Pacholski. Es fehlen: Knut Stange, Helmut König, Siegfried Weigelt, Reiner Poser, Hans-Bernd Hädicke, Günter Karczmarczyk. Privat Lizenz

Zeitz/MZ - Vor 40 Jahren stand Fußball-Zeitz Kopf. Die Chemiker wurden Staffelsieger der DDR-Liga, Staffel E und nahmen an den Aufstiegsspielen zur Oberliga teil. Nach wie vor gilt der 9. November 1958 als die Sternstunde des Zeitzer Fußballs. Mit einem 2:1-Sieg auf dem legendären Platz der Einheit über Lok Stendal gelang der Zeitzer Chemie-Mannschaft, die ausschließlich aus „Eigengewächsen“ bestand, der Meistercoup in der DDR-Liga und somit der direkte Aufstieg in die DDR-Oberliga. Ganz Zeitz feierte mit großer Euphorie seine Aufstiegshelden um Trainer Werner Wagner, Mannschaftsleiter Willi Albert und Betreuer Gerhard Liebig.

  Noch heute spricht Mannschaftskapitän und Spielmacher Lothar „Zinner“ Neumann, der übrigens das Siegtor zum 2:1 per Kopf erzielte, voller Hochachtung von seinen damaligen Mitspielern und verweist auf den guten Kollektivgeist. „Uns zeichnete absoluter Siegeswille aus und wir hatten auch das berühmte Quäntchen Glück“, erinnert sich der Zinner.

  15 Jahre später schickten sich die Grün-Weißen noch einmal an, dieses Fußball-Wunder zu schaffen. Die Mannschaft von Trainer Peter Kohl lieferte sich über die Saison 1972/73 einen heißen Kampf mit Wismut Gera, FC Carl Zeiss Jena II, Vorwärts Meiningen und FC Rot Weiß Erfurt II in der DDR-Liga, Staffel E. Am Ende gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem Punkt Vorsprung vor Wismut Gera. Übrigens gab es damals noch zwei Punkte für einen Sieg. Die Elsterstädter waren eine spielstarke Mannschaft und hatten mit Harry Kunze, Jürgen Töpfer und Harald Schramm einen gefährlichen Sturm. Am Ende der Saison konnte dann auch mit 14 Treffern Harald Schramm die Torschützenkrone ergattern.

Mit den Siegern der anderen vier DDR-Liga-Staffeln, Stahl Riesa, Energie Cottbus, Vorwärts Stralsund und Vorwärts Leipzig, wurden im Vergleich jeder gegen jeden mit Hin- und Rückspiel die zwei Aufsteiger zur DDR-Oberliga ermittelt. Der Zeitzer Spielerkader hatte sich für die Aufstiegsrunde noch erweitert. Hinzu kamen Reiner Poser, der seine Armeezeit beendet hatte, und der Wolfener Hans-Bernd Hädicke, der sich Chemie Zeitz anschloss.

 Nach vier Spielen lagen die Zeitzer mit 5:3 Punkten (zwei Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage) noch recht aussichtsreich im Rennen. „Aber es passte wohl nicht ins Bild, dass eine BSG-Mannschaft in die höchste Spielklasse aufsteigt, zumal der HFC als Leistungszentrum aus der DDR-Oberliga abgestiegen war“, erinnert sich der damalige Erfolgstrainer Peter Kohl. Es gab merkwürdige Entscheidungen gegen die Chemiker (2:3), als zum Beispiel das Spiel bei Energie Cottbus bereits nach 82 Minuten abgepfiffen wurde. Es fehlte Mittelstürmer Jürgen Töpfer verletzt in den letzten Begegnungen. Zu den Heimspielen im Ernst-Thälmann-Stadion kamen im Schnitt annähernd 8 000 Zuschauer. Am Ende stiegen Stahl Riesa und Energie Cottbus in die DDR-Oberliga auf.

  Bei den Grün-Weißen gab es nach dieser Saison einen kleinen Umbruch. Trainer Peter Kohl ging zum Halleschen FC, Harry Kunze wechselte zu Carl-Zeiss Jena, Harald Schramm heuerte beim FC Rot-Weiß Erfurt an, und Jürgen Töpfer verließ Zeitz nach Naumburg.

Chemie Zeitz spielte noch weitere neun Jahre in der DDR-Liga. Dank einer hervorragenden Nachwuchsarbeit gelang immer wieder zahlreichen Talenten der Sprung in die 1. Mannschaft. Nachdem 1994 der Chemie-Nachfolger 1. FC Zeitz gegründet wurde, stieg der Club 1996 in die Verbandsliga Sachsen-Anhalt auf und spielte dort bis zum Jahr 2000.

  Heute geht der 1. FC bereits in seine fünfte Saison in der Landesklasse. Für die neue Spielserie haben die Elsterstädter personell aufgerüstet und die Landesliga als Muss erklärt. Es sollen wieder bessere Zeiten beim Traditionsverein kommen.

Informationen über den Club unter [email protected]

Im Internet www.fczeitz.de