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Zwei Zeitzer nehmen den langen Kanten in Angriff

Von TORSTEN GERBANK 22.05.2009, 16:08

ZEITZ/MZ. - Auf ihren Rennrädern wollen sie den langen Kanten angehen und auf der 104-Kilometer-Tour Spaß haben. Denn darauf kommt es sowohl Gottschlich, dem Geschäftsführer, als auch Rudorf, dem Sportlehrer, an: Spaß ist wichtig.

Die Männer freuen sich darauf, mit Gleichgesinnten in die Pedale zu treten, auf interessante Gespräche und auf neue Erfahrungen. Schließlich werden sie mit ihren Sportmaschinen über Straßen rollen, auf denen sie noch nie geradelt sind. Und per Rad, das wissen die Zeitzer, lassen sich neue Landschaften besonders intensiv erleben. Bis zum Start am vorletzten Sonntag im Juni wollen Gottschlich und Rudorf regelmäßig Rad fahren. Nicht unbedingt, um Kondition aufzubauen. Denn die haben die passionierten Läufer längst. Doch das Sitzefleisch muss an die Stunden im Rennradsattel gewöhnt werden. Und das nicht nur, weil die Männer sich eben die MZ-Profi-Tour auserwählt haben, sondern auch, weil sie zu noch höherem streben. Denn ihr Ziel ist es, in diesem Jahr einmal eine Extremtour zu fahren. Es soll eine 200 Kilometer lange Tagestour werden. Deren Vorbereitung dient auch die Radpartie.

Das Rad gehört zum Alltag des Hans-Joachim Rudorf. "Wann immer es möglich ist, fahre ich damit zur Arbeit", sagt er. Da kommt das Tourenrad zum Einsatz. Der Renner ist ausschließlich Sportgerät. Doch nicht nur auf ihm fährt der Helm mit. Das sei ihm die Sicherheit schon wert, sagt Rudorf, der unter anderem bereits den Swiss-Alpine-Marathon in Davos gelaufen ist. Er gilt als einer der härtesten Bergläufe Europas. Michael Gottschlich ist schon als Lehrling viel mit dem Rad unterwegs gewesen. Schon deshalb, weil er mit dem Drahtesel von Leuna aus zeitiger in Zeitz war als wenn er den Zug genutzt hätte. "Das war im Sommer wichtig, wenn wir nach der Arbeit noch zum Baden fahren wollten", erinnert sich der Mann, der mit 18 Jahren schon am Gutsmuths-Rennsteiglauf teilnahm und die 72-Kilometer-Distanz in zehn Stunden und 14 Minuten bewältigte. "Im Ziel habe ich geheult wie ein Schlosshund", sagt der Sportler.

Rudorf ist vergangenes Jahr 3 300 Kilometer gelaufen. "Es macht Spaß, ist Ausgleich zur Arbeit und hilft Stress abzubauen", sagt er. Gottschlich nickt: "Laufen gehört zum Leben dazu." Rudorf gewinnt dem Ausdauersport noch etwas Positives ab. "Man kann auch mal gut essen gehen, ohne hinterher ein schlechtes Gewissen zu haben."