Landpartie Landpartie: Post setzt auf Pferdestärken
Goseck/MZ. - "Für mich gibt es keinen schöneren Beruf als Zustellerin bei der Deutschen Post", plaudert die 40-Jährige. Ständig an frischer Luft auf Achse zu sein und dazu ein nettes Gespräch mit den Kunden, das liebt die Frau an ihrem Beruf. Von der Pike auf lernte die Gröbitzerin bei der Post. 1980 fing sie im Lehrpostamt Weißenfels an. Später wechselte die junge Frau zum Zeitungsvertrieb, anschließend zur Paketzustellung und seit 1995 stellt sie Briefe zu. Neun Jahre ist die 40-Jährige jetzt in diesem Bereich tätig, trägt seit Januar die Briefe von Uichteritz (ein kleiner Teil) über Markröhlitz bis nach Goseck aus. Blau-gelb ist ihre Dienstkleidung. Im Winter trägt sie eine warme Jacke, Thermohose, Pullover, Schal, Handschuhe, Stirnband - alles Marke Deutsche Post. Für die gelegentliche Paketzustellung gibt es dann noch extra Arbeitsschuhe mit der sicheren Stahlkappe.
Gut 40 Kilometer legt Sabine Dotzauer täglich mit dem Postauto zurück, sechs Mal in der Woche. "Für Wartung und Pflege ist man dabei schon selbst verantwortlich", sagt sie. Regelmäßig den Frostschutz im Kühler kontrollieren, auf die richtige Bereifung und den Ölstand achten gehören genau so dazu wie Tanken, Waschen, Saugen. Kratzer, Enteiser und Spray liegen im Auto bereit. Und wenn sie von Weißenfels aus startet, müssen die Scheiben enteist sein. "Ich bin ein Wintertyp, zeitiges Aufstehen und die Kälte machen mir nichts aus", plaudert sie. Unterdessen ist sie am alten Dorfkonsum von Goseck angekommen. Hier wird sie bereits erwartet. Die Verkäuferin kauft Briefmarken und drückt der Frau die Post in die Hand. Sabine Dotzauer ist nämlich zugleich ein mobiler Postdienst, denn zwischen Goseck und Uichteritz gibt es weit und breit keine Poststation. Frau Dotzauer hilft aus, bringt Briefmarken ins Haus, nimmt Briefe mit. "Mit Hunden hatte ich bislang noch keine schlechten Erfahrungen", sagt die Postfrau. Sie wohnt in Gröbitz und hat zu Hause selbst einen Hund. "Ich weiß, wie man mit ihnen umgeht, und habe auch Respekt, wenn am Zaun ein Hund kläfft", sagt sie. Nach ihrer Dorftour fährt sie zurück in die Kreisstadt, erledigt dort verschiedene Innendienste, kümmert sich um nicht zustellbare Briefe und Sendungen. Auch das Postauto bleibt bis zum nächsten Morgen in Weißenfels auf dem Hof stehen.